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Bereits über 1,5 Millionen Bücher online verfügbar

28.11.2007 | 15:17 Uhr |

Das vor fünf Jahren gestartete Projekt Universal Digital Library hat bereits über 1,5 Millionen Bücher digitalisiert. Diese Bücher sind für jedermann frei im Internet verfügbar.

Das von diversen großen Bibliotheken und Bildungseinrichtungen weltweit unterstützte Projekt Universal Digital Library (UDL), hat bereits über 1,5 Millionen Bücher digitalisiert und online gestellt. Die Bücher sind damit für jedermann kostenfrei abrufbar.

Die Sammlung enthält komplette Bücher, die keinerlei Urheberrechten unterliegen oder deren Urheberrechtsinhaber der Teilnahme an dem Projekt zugestimmt haben. Nach und nach entsteht somit eine riesige, digitale Bibliothek, in der ein großes Teil des Wissens der Menschenheit gespeichert und damit auch erhalten wird.

Wie der US-IT-Dienst Cnet berichtet, versteht sich Universal Digital Library nicht als Konkurrenz zu den Projekten von Microsoft und Google, weil man von keinerlei kommerziellen Hintergründen getrieben wird oder darauf Rücksicht nimmt, wie groß die Masse der Menschen ist, die sich für bestimmte Bücher interessiert. So habe die UDL beispielsweise bereits über 970.000 Werke in chinesischer Sprache digitalisiert, was bei Google nicht der Fall ist. Außerdem seien viele Bücher im Sortiment, die nur eine kleine Gruppe von Menschen überhaupt interessiert, aber solche Nischenbereiche wolle man abdecken. „Wenn Sie sich für antikes Bogenschießen interessieren, dann haben Sie Probleme ein Buch bei Barnes & Noble zu finden, aber wir haben welche bei der UDL“, so Michael Shamos, Professor an der Carnegie Mellon University und Direktor des UDL-Projekts.

Noch wichtiger, so Shamos, sei das Wissen dauerhaft zu sichern und nennt als Beispiel die Sprengung wertvoller Statuen durch die Taliban in Afghanistan, die unwiederbringlich zerstört worden seien. „Sobald ein Buch digitalisiert ist und auf Servern weltweit abgelegt worden ist, ist es für jede Regierung unmöglich, dieses Buch zu zerstören. Sobald es dort ist, bleibt es unsterblich“, so Shamos.

Das Projekt Universal Digital Library war vor fünf Jahren gestartet. ZU den Projektpartnern gehören unter anderem die Bibliotheca Alexandrina und chinesische und indische Universitäten.

Mit dem Einscannen der Bücher sind weltweit mehrere Gruppen beschäftigt. Dabei werden die Bücher in die offenen Formate HTML, Tiff und DjVu zur Verfügung gestellt. Die Bücher werden nicht auf einem zentralen Server abgelegt, sondern auf vielen, unabhängigen Servern, die Teil des UDL-Projekts sind.

Grundsätzlich werden vom Projekt alle verfügbaren Bücher digitalisiert, egal ob sie dem Urheberrecht unterliegen oder nicht. Letztere werden aber nicht komplett online zugänglich gemacht. Selbst bei der geringsten Unklarheit über die Urheberrechte, verzichtet UDL auf eine Veröffentlichung, um jeglichen Rechtsstreit zu vermeiden.

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