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Siemens bringt Hipath-Lösung für den Mittelstand

22.10.2007 | 09:00 Uhr |

Unified-Communications-System nimmt Firmen ohne ITK-Know-How mit bis zu 150 Teilnehmern ins Visier.

Die "Hipath Openoffice ME" (Medium Edition) von Siemens Enterprise Communications soll es kleineren Firmen ohne großes internes ITK-Know-How ermöglichen, typische Kommunikationslücken zu schließen. Dazu unterstützt die Linux-basierende Appliance weitgehend alle Funktionen, die auch moderne Kommunikationslösungen für große Unternehmen aufweisen, so etwa Voice over IP (VoIP), Messaging, Telefonkonferenzen (für bis zu acht Teilnehmer), Voicemail, Mobility und Präsenzanzeige. Um die Nutzung und letztendlich auch den Vertrieb zu erleichtern, verzichtet das "Out-of-the-Box"-System jedoch auf die Komplexität von anpassbaren Lösungen – ohne große Abstriche in Sachen Usability zu machen. Der Nutzer kann das System über ein Java-basierendes User-Interface (Myportal) bedienen, etwa um den Präsenzstatus von Kollegen zu eruieren oder seine eigenen Details anzupassen. Optional können diese Aktionen über ein Plug-in in Microsoft Outlook erledigt werden. Der Abgleich der Verfügbarkeitsanzeige mit Kalendereinträgen erfolgt dabei automatisch. In punkto Mobility unterstützt das System Desk Sharing (Hot Desking), eine einheitliche Telefonnummer, die im Home-Office oder auf Auslandsreisen praktische Durchruf- beziehungsweise Rückruffunktion sowie WLAN-Telefonie - bei Nutzung von Siemens-Access-Points ist dabei auch ein Roaming möglich. Mobile Clients sind laut Siemens in Arbeit, Versionen für Symbian- und Blackberry-Geräte wird es aber nicht vor Mitte 2008 geben. Zu einem späteren Zeitpunkt ist dann Windows Mobile an der Reihe.

Das System ist für 20 bis maximal 150 Teilnehmer ausgelegt. Wer eine redundantere Unified-Communications-Lösung aus dem Hause Siemens benötigt, wird aktuell mit der "Hipath 3000" versorgt. Siemens-Manager Rudolf Hamann deutete jedoch im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE an, dass die Medium Edition nicht das letzte Produkt der Hipath-Openoffice-Reihe sein müsse.

Mittelständlern, die bislang eine herkömmliche TK-Anlage genutzt haben, dürfte es zumindest zu Beginn schwer fallen, die vorinstallierten Funktionen auszureizen. Siemens-Manager Hamann sieht sein Unternehmen und dessen Partner entsprechend in der Pflicht, Aufklärungsarbeit zu leisten, speziell im Bereich Verfügbarkeit. "Wir müssen deutlich machen, welche Vorteile Präsenz für den Mittelstand bringt, sowohl für die Kunden wie auch intern", erklärte er. Zumal die Hipath-Anlage nicht unbedingt ein Schnäppchen ist – zumindest im Vergleich mit der eher für versierte Nutzer geeigneten Open-Source-Lösung Asterisk: Ein Unternehmen mit 50 Teilnehmern, dass sich das Grundpaket mit 20 Lizenzen (15 Comfort und 5 Comfort Plus), ein analoges Gateway-Modul und 30 Zusatzlizenzen kauft, investiert mit einem Schlag gut 10 000 Euro oder 200 Euro pro Arbeitsplatz. Dabei sind die zum Teil sehr hohen Kosten, die aufgewendet werden müssen, um das Firmennetz VoIP-tauglich zu machen, noch nicht mit eingerechnet. (mb)

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