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Mail-Gefahren werden oft unterschätzt

13.02.2008 | 12:05 Uhr |

E-Mails sind rasch geschrieben und können ebenso leicht von Fremden abgefangen werden. Die wenigsten E-Mail-Schreiber sind sich dessen bewusst, dass es sich bei den Nachrichten um lesbare "Postkarten" im Internet handelt.

Firmen laufen Gefahr, dass ihre Post abgefangen und zu Spionagezwecken missbraucht wird. In jüngster Vergangenheit hat es bereits etliche Fälle von Industriespionage gegeben, die mutmaßlich auf das Abfangen vertraulicher E-Mails zurückzuführen sein sollen. Leicht kann so eine bahnbrechende Erfindung von einem Mitbewerber gestohlen und eher auf den Markt gebracht werden. Der Nachweis des Ideendiebstahls dürfte kaum möglich sein, zumal viele Fälle von Industriespionage auf das Konto von Cyber-Spionen in fernen Ländern wie China gehen sollen.

Privatpersonen wiegen sich in der trügerischen Sicherheit, dass ihre Korrespondenzen für niemanden von Belang sind. Freilich versenden sie keine millionenschweren Geschäftsideen wie Unternehmen. Ihnen drohen jedoch andere Gefahren aus dem Internet. Beim sogenannten Phishing werden sie beispielsweise mit gefälschten E-Mails, die scheinbar von Banken kommen, dazu aufgefordert, sich mit ihren persönlichen Daten auf einer im Text verlinkten Internet-Seite einzuloggen. Auf diese Weise erbeuten Kriminelle die Bankdaten und können unbehelligt Konten plündern.

Einen Schutz vor Mitlesern und zwielichtigen Absendern bieten Verschlüsselungs- und Authentifizierungs-Anwendungen. Bereits seit 1991 gibt es das Programm "Pretty Good Privacy" (PGP). Hierbei wird ein öffentlicher Code genutzt, mit dem die Daten für den Empfänger verschlüsselt werden. Mit einem geheimen und privaten Code kann der Empfänger die Nachricht öffnen. Diese kennwortgeschützte Zugangsmöglichkeit besitzt nur er. Viele Computer-Nutzer empfinden das Verfahren aber zu kompliziert, weshalb sie ihre Nachrichten lieber ungeschützt verschicken.

Zukünftige Lösungen werden vermutlich serverbasiert und deutlich anwenderfreundlicher sein. Das heißt, die Nachrichten werden auf dem Server verschlüsselt. Der Anwender selbst braucht keine besonderen Kenntnisse mehr, um seine Nachrichten vor fremden Augen zu schützen. Ein Schritt in diese Richtung ist beispielsweise das Programm Julia, das seit Januar intern von den deutschen Finanzämtern genutzt wird. Es soll schon bald auch den Bürgern den verschlüsselten Versand persönlicher Steuerdaten und -bescheide erlauben.

Bis solche für den Anwender einfach zu bedienende Verschlüsselungsmöglichkeiten verfügbar sind, sollten Anwender allergrößte Vorsicht walten lassen. Vertrauliche Informationen sollten lieber per Telefon oder in persönlichen Gesprächen weitergegeben werden. E-Mails von unbekannten Empfängern sind grundsätzlich mit Vorsicht zu behandeln.

Enthalten sie Verweise auf Internet-Seiten, sollten diese nicht angeklickt werden. Auch das Öffnen von Anhängen wie Videos, PDF- oder Zip-Dateien ist nicht anzuraten. Es kann sich dabei um Dateien handeln, die einen schädlichen Code auf dem Rechner installieren. Als allerwichtigste Schutzmaßnahme hiervor gilt neben einer besonnenen Handhabung der E-Mails ein Anti-Virenprogramm, das auf dem aktuellen Stand sein muss.

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