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Undercover fürs FBI tätig: Der Autor des Melissa-Virus

22.09.2003 | 10:42 Uhr |

David Smith, der 1999 inhaftierte Autor des Melissa-Virus, soll nach seiner Festnahme mindestens zwei Jahre lang undercover für das FBI tätig gewesen sein. Wie aus jetzt veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, konnte der mittlerweile 35-jährige Smith dadurch eine drastische Verringerung seiner Haftdauer erzielen, die er derzeit in einem Bundesgefängnis absitzt.

David Smith, der 1999 inhaftierte Autor des Melissa-Virus, soll nach seiner Festnahme mindestens zwei Jahre lang undercover für das FBI tätig gewesen sein. Wie aus jetzt veröffentlichten Unterlagen hervorgeht, konnte der mittlerweile 35-jährige Smith dadurch eine drastische Verringerung seiner Haftdauer erzielen, die er derzeit in einem Bundesgefängnis absitzt.

Bereits einige Wochen nach seiner Inhaftierung wurde Smith vom FBI angeheuert, um sich vom Gefängnis aus und mit einer Tarnidentität ausgestattet, auf die Jagd nach anderen Computerverbrechern zu machen.

"Manchmal braucht man einen Dieb, um Diebe zu fangen", begründete der damalige Bundesstaatsanwalt Elliot Turrini das Angebot an Smith. "Es gibt nur wenige Leute, die die Sprache der Virenschreiber sprechen. Ein durchschnittlich ausgebildeter FBI-Agent zählt nicht zu diesen Leuten", erklärte Turrini.

Der für Smith zuständige Bundesrichter Joseph Greenaway wurde im April 2002 von New Jerseys Bundesstaatsanwalt Christopher Christie über die FBI-Nebentätigkeit des Wurm-Autoren informiert. Greenway hätte Smith für bis zu zehn Jahre hinter Gittern bringen können. Stattdessen wurde die Strafe aufgrund des Briefes auf 20 Monate reduziert.

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