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Unbekannter macht Edward Snowden Konkurrenz

06.08.2014 | 09:34 Uhr |

Offenbar gibt es einen zweiten großen Whistleblower in NSA-Kreisen. Das belegen nun veröffentlichte Geheim-Dokumente aus der Zeit nach Snowdens Ausscheiden bei der NSA. Die Dokumente berichten unter anderem von einer Liste mit Flugverbot belegten Personen, deren Zahl von 16 auf 47.000 angestiegen ist.

Dass der Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden pikante US-Geheimnisse ausplaudert , dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Seinen veröffentlichten Dokumenten verdanken wir tiefe Einblicke in die enorm umfangreichen Spionage-Tätigkeiten der US-Behörden. Doch wie CNN unter Berufung auf Regierungskreise nun berichtet , könnte es einen weiteren Snowden geben, also einen zweiten Whistleblower, der die Öffentlichkeit nun mit US-Geheimdienst-Infos versorgen wird.

Flugverbot und harte Kontrollen

Zu der Annahme sei man aufgrund kürzlich veröffentlichter Geheim-Dokumente gelangt, die erst nach der Zeit von Edward Snowden bei der NSA entstanden sind. Die Dokumente tragen als Datum den August 2013 und handeln davon, wie die USA Terroristen klassifiziert. Rund 680.000 Menschen sollen in den Terroristen-Datenbanken der USA stehen. 280.000 von ihnen seien keiner Terrororganisation zugeordnet.16.000 Menschen seien als "selectees" ("Einberufene") gekennzeichnet worden - sie müssen an Flughäfen besonders genaue Kontrollen über sich ergehen lassen. Im Gegensatz zu den Menschen auf der "No Fly"-Liste dürfen sich die "selectees" aber wohl noch glücklich schätzen. Die "No Fly"-Eingetragenen dürfen gar nicht mehr (innerhalb der USA) fliegen. Im Jahr 2001 sollen nur 16 Personen auf dieser Liste gestanden haben. Im Jahr 2013 seien es aber schon 47.000 Menschen gewesen. Die Betroffenen können nicht nachsehen, ob sie auf einer der Listen stehen. Angeblich soll schon ein geringer Verdacht genügen, um auf einer der Listen zu landen.

Wer ist der zweite Whistleblower?

Schon im Februar hatte der Journalist Glenn Greenwald, der auf seiner Webseite The Intercept Snowden-Dokumente veröffentlicht, gemeldet, dass es Menschen gebe, die von Snowden inspiriert worden seien. Im Juli twitterte er, dass es wohl "noch einen anderen" gebe. Die von dem Unbekannten weitergeleiteten Dokumente sind als "Secret" und "NOFORN" (also nicht für die Augen fremder Regierungen bestimmt) eingestuft. Die meisten von Snowdens Dokumente sind als noch geheimer eingestuft, nämlich als "Top Secret". Auch das könnte ein Hinweis auf einen weiteren Enthüller sein.

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