Unbekannte Gefahr
Was sind eigentlich Drive-by-Downloads?
Was verstehen Sicherheitsexperten genau unter dem Begriff Drive-by -Download?
Candid Wüest: Hacker hinterlegen unsichtbaren Schadcode auf einer Internetseite. Dabei muss es sich nicht um Schmuddelseiten handeln, auch bekannte und vertrauenswürdige Seiten können betroffen sein. Das einfache Betrachten einer so manipulierten Seite reicht vollkommen aus, um sich den Schadcode auf den Rechner zu laden – wie der Name sagt, quasi im Vorübergehen. Der Trick: Hacker nutzen Sicherheitslücken im Browser aus, über die sich dann Schadcode auf dem Computer installieren kann. Meist sind diese Schadprogramme in der Lage, weiteren Code nachzuladen, der dann zum Bespiel persönliche Daten stiehlt. Der Nutzer bemerkt von alldem nichts.
Candid Wüest: Anhand von Drive-by-Downloads zeigt sich die Verschiebung der Bedrohungslage im Internet deutlich: Heutige Internetgefahren kommen vom Nutzer unbemerkt und ohne sein aktives Zutun auf den Rechner. Wir beobachten diesen Trend schon seit einiger Zeit und konnten feststellen, dass die Gefahr, die von solchen Angriffen ausgeht, zunimmt. Wir sehen derzeit ca. 13.000 infizierte Webseiten pro Tag.
Sicherheitslücken, über welche die Webseiten verändert werden können, sind meist lange offen.
Candid Wüest: Im Fall von Drive-by-Downloads ist es wichtig, neben den herkömmlichen Schutzmaßnahmen ein besonderes Augenmerk auf den Browser zu legen. Zunächst sollte bei den Sicherheitseinstellungen des Browsers immer die mittlere bis hohe Stufe gewählt werden. So haben es Schadprogramme schwerer, die versuchen, sich über Schwachstellen im Webbrowser zu installieren.


