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Papierloses Büro bleibt Utopie

06.06.2010 | 14:31 Uhr |

Ungeachtet der fortschreitenden Digitalisierung bestimmen Papierdokumente weiterhin den privaten wie geschäftlichen Alltag. Die Anzahl ausgedruckter Seiten im Home- bzw. Office-Bereich nimmt seit Jahren zu.

"Viele haben erwartet, dass der Siegeszug von PCs und Notebooks Papier obsolet machen wird. Papier hat sich allerdings als ungemein soziale Technologie erwiesen, die auch in den kommenden Jahren nicht aus unserem Alltag verschwinden wird", sagt Monica Beltrametti, Leiterin des Xerox Research Centre Europe , im Exklusivinterview mit pressetext. Dass allein mit Hardware-Lösungen in Unternehmen und Organisationen kein Staat mehr zu machen ist, haben die Printerhersteller längst erkannt. Auch Xerox setzt deshalb voll auf den Ausbau seiner Managed Print Services, die eine Einsparung von Druck- und Wartungskosten sowie effizienteres Arbeiten versprechen. Als neuesten Service bietet Xerox mit MobilePrint eine Lösung für Smartphones an, die das Ausdrucken von Dokumenten direkt von mobilen Endgeräten aus erlaubt.

Ursprünglich in den Forschungslabs entstanden, wurde die Lösung im Echtzeitbetrieb mit Xerox-Großkunden weiterentwickelt und soll ab dem dritten Quartal 2010 auch in Europa angeboten werden. Um ein Dokument zu drucken, wird dieses vom Smartphone aus per E-Mail an eine festgelegte E-Mail-Adresse gesendet. Der Absender erhält daraufhin einen sechsstelligen Code, den er wiederum auf dem gewünschten Drucker eingeben muss. Der Druckauftrag kann folglich auf jedem im Netzwerk befindlichen Printer ausgeführt werden, ohne dass dem User die IP-Adresse oder der Name des Druckers bekannt sein müssen.

Aber auch die Vision einer papierlosen Bürozukunft hat man bei Xerox noch nicht komplett abgeschrieben. "Schon jetzt gibt es eine Reihe von automatisierten Tools, die das Scannen und die anschließende digitale Verwaltung von Dokumenten erleichtern", sagt Beltrametti im pressetext-Gespräch.

Dabei setzt Xerox auf Wort- und Zeichenerkennungstechnologien, die in der Lage sind, zwischen handschriftlichen und getippten Dokumenten zu unterscheiden und diese über im Text erkannte Stichworte nach Kategorien zu ordnen. Auch das automatische Auslesen sowie das Einspeisen von Informationen in Datenbanken soll weiter verbessert werden.

Ein vollwertiger Papier-Ersatz ist laut Beltrametti in naher Zukunft aber weiterhin nicht in Sicht. "E-Papier ist eine vielversprechende Alternative. Bis die Technologie aber soweit ist, dass sie von den haptischen Eigenschaften, der Lesbarkeit und Farbendarstellung sowie den anfallenden Kosten mit Papier mithalten kann, wird es aber noch dauern", sagt Beltrametti.

Indessen experimentiert man in den Xerox-Labs unter anderem mit selbstlöschendem Papier. Um Inhalte nach Stunden oder Tage wieder unsichtbar zu machen kommt UV-Licht zum Einsatz. Der Prozess kann durch Hitze-Einwirkung beschleunigt werden. Derzeit kann das Medium bis zu 50 mal wiederverwendet werden, was einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Papierflut darstellen würde.

(pte)

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