Umstrukturierung

Weltweite Botnetzstruktur wird flexibler

Dienstag den 17.05.2011 um 16:31 Uhr

von Frank Ziemann

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Das Abklemmen einiger großer Spam-Botnetze durch Ermittlungsbehörden hat die Flexibilisierung bestehender Botnetzstrukturen beschleunigt. Online-Kriminelle verlagern ihre Ressourcen zunehmend in Länder mit weniger restriktiven Gesetzen.
Spam-Herkunft
Vergrößern Spam-Herkunft
© Kaspersky Lab
Während einige Anbieter von Mail-Schutzlösungen einen deutlichen Einbruch des Spam-Aufkommens nach dem Abklemmen des Rustock-Botnetzes im März beobachtet haben, ist Kaspersky Lab zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Das russische Sicherheitsunternehmen hat nur ein Absinken um wenige Prozentpunkte registriert. Die Herkunft der Spam-Mails hat sich allerdings in andere Regionen verschoben.

In seiner Spam-Analyse des ersten Quartals 2011 stellt Kaspersky Lab fest, dass deutlich mehr Spam aus Lateinamerika und Afrika gekommen ist als noch im Vorjahr. Die Betreiber der Botnetze verlagern Teile ihrer Ressourcen in strukturschwache Regionen, wo der behördliche Ermittlungsdruck geringer ist als etwa in den USA oder in Westeuropa. Dort verbleibt jedoch eine solide Basis, sodass sich insgesamt eine breitere Verteilung der Strukturen ergibt. Damit wollen Online-Kriminelle offenbar das Risiko eines Totalausfalls verringern.

Nach den Analyseergebnissen der Kaspersky-Spezialisten ist der größte Anteil am gesamten Spam-Aufkommen im ersten Quartal aus Indien gekommen. Etwa jede zehnte Spam-Mail ist von indischen Spam-Bots versandt worden. Auf den Plätzen folgen Russland und Brasilien mit einem Anteil von jeweils etwas mehr als fünf Prozent. In Westeuropa liegt Italien vor Großbritannien und Polen. Deutschland rangiert mit 1,6 Prozent am unteren Ende der Top 20.

Der Anteil der Mails mit schädlichen Anhängen lag im ersten Quartal bei durchschnittlich 3,05 Prozent. Die Tendenz zeigt jedoch deutlich nach oben. Offenbar sollen die Lücken wieder aufgefüllt werden, die durch das Abklemmen einiger großer Botnetze entstanden sind. Die meisten Malware-Mails sind aus Russland gekommen, dahinter folgen die USA, Vietnam, Indien, Großbritannien und auf Platz 6 bereits Deutschland, noch vor China. 

Die komplette Analyse finden Sie in deutscher Sprache auf der Kaspersky-Website .

Dienstag den 17.05.2011 um 16:31 Uhr

von Frank Ziemann

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