19.11.2009, 14:30

pte

Umstrukturierung

Fujitsus langsamer Abschied als PC-Hersteller

Die Komplettübernahme des PC-Herstellers Fujitsu Siemens Computers durch Fujitsu im Frühjahr hat deutliche Spuren hinterlassen. Auf der diesjährigen Hausmesse von Fujitsu Technology Solutions standen IT-Gesamtlösungen im Vordergrund, PCs und Notebooks waren nur im kleinen Rahmen zu sehen.
Die Visit09 fand dieses Jahr zudem erstmals nicht am Fabrikstandort Augsburg, sondern in München statt. Die Werksführung als Fixpunkt der Visit ist somit dieses Jahr entfallen.
Augsburger Werk bleibt
Kai Flore, CEO von Fujitsu Technology Solutions, zeichnet den Weg des Unternehmens zum globalen Anbieter von IT-Lösungen. "Wir werden uns künftig auf die IT-Infrastruktur konzentrieren und weniger PC-Hersteller sein", so Flore. Wiederholt wird von Flore und anderen Fujitsu-Managern jedoch betont, dass das Werk in Augsburg definitiv erhalten bleibe. "Augsburg bleibt, allerdings werden wir künftig möglicherweise andere Produkte herstellen", so der CEO.
Partnerschaften vertiefen
"Wir wollen zurück in die Rechenzentren", kündigte Wolfgang Horak, Vice President Sales Cluster South Eastern Europe bei Fujitsu Technology Solutions, bereits vor einiger Zeit an. Die aktuelle Entwicklung des Unternehmens trägt dieser Ansage Rechnung. Erreichen will Fujitsu dies unter anderem durch das Schmieden von Allianzen. Einer der ersten Partner ist NetApp. Gemeinsam sollen Systemlösungen aus Hard- und dazugehöriger Software angeboten werden, heißt es auf der Visit.
Das aktuelle Stichwort lautet "One-Stop-Shop". Ebenso wie Oracle, das sich mit dem Kauf von Sun in die Lage versetzt, Komplettlösungen aus einer Hand auf den Markt bringen zu können, will dies auch Fujitsu erreichen. Allerdings setzt man hierbei auf Unternehmensallianzen. "Wir glauben, dass enge Partnerschaften besser sind als Akquisitionen. Wir suchen uns hierbei Unternehmen, die absolute Spezialisten auf ihrem Gebiet sind, heraus und arbeiten gemeinsam an IT-Lösungen, die den Bedürfnissen des Marktes entsprechen", sagt Horak im Gespräch mit pressetext.
Die Allianzen gehen dabei soweit, dass man auch Forschung und Entwicklung gemeinsam durchführt. "Unsere Partnerschaften sind sehr offen, wir tauschen uns auch über Strategien aus", betont Horak. Fujitsu will sich also durchaus auch in die eigenen Karten schauen lassen, um im Rahmen dieser Kooperationen erfolgreich zu sein.
IT-Infrastruktur nach Bedarf
Auf dem Weg zur neuen Geschäftsausrichtung setzt Fujitsu auf sein Angebot "Infrastructure as a Service". Unternehmen können hierbei Server-Kapazitäten oder Clients je nach Bedarf beziehen, somit flexibel auf aktuelle Situationen reagieren und darüber hinaus Kostenvorteile ausnutzen. Interessant sei das Angebot vor allem für KMU bzw. Unternehmen, deren Hardware ersetzt bzw. erneuert werden muss. Auf diese Weise kann auch bei den Kosten für IT-Personal gespart werden.
Zero Client: Abgespeckter Rechner
Mit dem auf der Visit vorgestellten Zero-Client-Konzept greift Fujitsu ebenfalls die Top-Themen Virtualisierung und Cloud Computing auf. Der Zero Client ist im Prinzip lediglich ein Monitor mit Netzwerkanschluss. Das Gerät benötigt kein Betriebssystem, keinen lokalen Datenspeicher und auch keinen leistungsfähigen Prozessor. Alle Anwendungen und Daten sind auf dem Server gespeichert und werden in einer virtuellen Maschine ausgeführt. Die gesamte Rechenleistung übernehmen Maschinen im Rechenzentrum.
Zero Clients eignen sich besonders für Unternehmen, die schnell nach oben bzw. unten skalieren müssen oder mit sensiblen Daten arbeiten. Darüber hinaus können Kosteneinsparungen erzielt werden, da nicht jeder Arbeitsplatz einen vollständigen PC benötigt. Fujitsu sieht Banken, Versicherungen oder Behörden als klassische Einsatzfelder. Interessant ist auch, dass der Zero Client kein eigenes Netzteil zur Stromversorgung benötigt, sondern via LAN-Kabel mit Energie gespeist wird. (pte)
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