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Microsoft-Patent auf proaktive Malware-Erkennung

26.05.2008 | 16:13 Uhr |

Das US-Patentamt hat Microsoft ein Patent auf die Erkennung von Malware in einer Art Sandbox erteilt. Die Patentanmeldung stammt aus dem Jahr 2004, es gab jedoch auch schon früher vergleichbare Technologien anderer Hersteller.

Die Erteilung von Patenten im Bereich Antivirus-Software sorgt immer wieder mal für Stirnrunzeln, weil Methoden und Verfahren patentiert werden, die seit Jahren als übliche Praxis bei der Erkennung und Beseitigung von digitalen Schädlingen gelten. So hat das US-Patentamt nun die Anmeldung eines Patents von Microsoft auf die proaktive Erkennung von Malware in einer virtualisierten Laufzeitumgebung bestätigt. Diese so genannte Sandbox-Analyse hat es jedoch schon vor der Patentanmeldung durch Microsoft im Jahr 2004 bei anderen Antivirus-Herstellern gegeben.

Das US-Patent mit der Nummer 7,376,970 betrifft eine Erfindung von Adrian M. Marinescu, Mitarbeiter von Microsoft, das im Februar 2004 angemeldet wurde. Es beschreibt ein virtuelle Laufzeitumgebung, die vom übrigen System abgeschottet ist und in der verdächtige Programmdateien analysiert werden. Dabei wird eine Verhaltens-basierte Signatur erstellt, die zur Entscheidung dient, ob es sich bei der fraglichen Datei um Malware handelt.

Möglicherweise werden andere Hersteller dieses Patent anfechten, denn vergleichbare Methoden wurden bereits lange vorher in der Antivirus-Branche eingesetzt. Spätestens wenn Microsoft versuchen sollte andere Antivirus-Hersteller wegen Verletzung dieses Patents zu verklagen oder Lizenzgebühren einzufordern, dürfte sich Widerstand gegen dieses Patent formieren.

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