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Anti-Islam-Film - Schauspielerin verklagt Youtube

20.09.2012 | 14:25 Uhr |

Eine Schauspielerin, die im islamfeindlichen Film "Die Unschuld der Muslime" zu sehen ist, hat nun eine Klage gegen Youtube eingereicht.

Die Schauspielerin Cindy Lee Garcia hat wegen des Anti-Islam-Films "Die Unschuld der Muslime", der weltweit für gewalttätige Proteste gesorgt hat, gegen Youtube eine Klage vor einem Gericht in Los Angeles eingereicht. Die Schauspielerin ist in den bisher veröffentlichten Ausschnitten des Films zu sehen. In der Klage betont sie, dass sie nicht gegen den ersten Zusatz der US-Verfassung oder dem Recht der freien Meinungsäußerung klage, sondern sie von Youtube die Entfernung des umstrittenen Videos fordere.

Garcia behauptet in ihrer Klage, für einen Film gecastet und gebucht worden zu sein, der ein Abenteuerfilm über das alte Ägypten mit dem Titel "Desert Warrior" (Wüstenkrieger) werden sollte. Bei den Anfang Juli auf Youtube veröffentlichten Ausschnitten aus "The Innocence of Muslims" ("Die Unschuld der Muslime") seien sowohl der Soundtrack als auch die gedrehten Bilder vom Regisseur Nakoula Basseley Nakoula - auch bekannt als Sam Bacile - so manipuliert worden, dass sie den Eindruck erwecken, Garcia würde den Glauben der Muslime angreifen.

Die Klage der Schauspielerin richtet sich sowohl gegen den Regisseur des Films als auch gegen Google und Youtube. Garcia wirft den Angeklagten vor, gegen ihre Privatsphäre verstoßen zu haben, ihre Gutgläubigkeit ausgenutzt zu haben wegen unfairer Geschäftspraktiken. Seit der Film auf Youtube veröffentlicht worden sei, so die Schauspielerin, habe sie Todesdrohungen erhalten, ihren Job verloren und dürfte nicht mehr ihre Enkel sehen. Sie habe Youtube zur Entfernung des Films aufgefordert, das Unternehmen habe dies aber abgelehnt.

Garcia will mit ihrer Klage gegen Youtube und Google erreichen, dass der Film sofort und dauerhaft von Youtube entfernt wird. Der Fall soll aufgrund seiner Dringlichkeit noch am Donnerstag verhandelt werden. Google hat in einem ersten Statement verlauten lasse, dass man die Klage prüfe und vor Gericht erscheinen werde.

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