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Ultra-ATA/100 enttäuscht

Der neue Schnittstellenstandard Ultra-ATA/100 bringt noch keinen wesentlichen Leistungsgewinn. Teilweise sind die Treiber in diesem frühen Stadium auch noch nicht ausgereift und bremsen die Festplatte sogar. Das hat ein Test der ersten Festplatten nach dem neuen Standard ergeben. Die Zahl 100 diene momentan in erster Linie Marketing-Zwecken.

Nach der Verabschiedung der Ultra-ATA/100-Spezifikation Anfang Juni bringen die Hersteller jetzt verstärkt Festplatten mit der neuen Schnittstelle auf den Markt. IBMs Deskstar 75GXP war sogar schon vor der Verabschiedung des Standards mit dem neuen Interface lieferbar. Theoretisch lassen sich damit bis zu 100 MB pro Sekunde übertragen. Bei einer einzelnen Platte bringt diese Möglichkeit jedoch keinen Leistungsgewinn. Teilweise sind die Treiber in diesem frühen Stadium auch noch nicht ausgereift und bremsen die Festplatte sogar.

Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der tecChannel, der erste Festplatten nach dem neuen Standard getestet hat. PC-Anwender könnten sich den Kauf einer neuen Hauptplatine mit ATA/100 oder einer extra Controller-Karte sparen, da sie nicht zu einer höheren Schnittstellengeschwindigkeit führen. Vielmehr ziehe die 100 beim unbedarften Käufer besser als die 66 - das gäben selbst die Festplattenhersteller zu. Die Zahl 100 diene also momentan in erster Linie Marketing-Zwecken.

Bei Tests der PC-WELT haben die Ultra-ATA/100-Festplatten allerdings bislang recht gute Ergebnisse erzielt. In den aktuellen Hardware Top 150 belegen die IBM-Laufwerke DTLA-307045 und DTLA-307030 immerhin den dritten beziehungsweise vierten Platz in der Kategorie "Festplatten über 500 Mark".

Auch der tecChannel räumt ein, es sei begrüßenswert, dass Ultra-ATA/100 im Kommen sei. Dadurch werde die neue Technik mit steigender Performance-Entwicklung später nicht zum Flaschenhals. Positiv vermerkt das Online-Magazin außerdem die volle Abwärtskompatibilität zu den bisherigen ATA-Standards.

Wie immer bei Festplatten ist die maximale Leistung der Schnittstelle der Festplattengeschwindigkeit eine Generation voraus. So auch jetzt mit Ultra-ATA/100. Die derzeit schnellsten IDE-Festplatten erreichen Datentransferraten von zirka 35 MB pro Sekunde, sind also noch weit entfernt von den 66 MB pro Sekunde des derzeit üblichen Ultra-ATA/66-Schnittstellen-Standards. (PC-WELT, 06.07.2000, sp)

Ultra-ATA/100 im Test

Festplatten-Test der PC-WELT

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