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Sony Ericsson bleibt auf seinen Handys sitzen

Sony Ericsson hat eine Gewinnwarnung für das erste Quartal 2009 herausgegeben. Das Unternehmen wird den Verlust des Weihnachtsquartals vermutlich um das Doppelte übertreffen. Die Zahl der verkauften Handys sinkt nach Schätzungen des Herstellers im Vergleich zum vorherigen Quartal auf die Hälfte.

Sony Ericsson schockt die Anleger mit einer Gewinnwarnung. Das Unternehmen rechnet im ersten Quartal 2009 mit einem Vorsteuerverlust von 340 bis 390 Millionen Euro. Das ist doppelt so viel wie im vierten Quartal 2008. Damals betrug der Verlust 187 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2008 erwirtschaftete das Unternehmen noch einen Gewinn von 113 Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen wird Sony Ericsson am 17. April vorstellen.

Die schwache Nachfrage, die seit dem Weihnachtsgeschäft anhält, bekommt der Hersteller jetzt richtig zu spüren. Zur mangelnden Kauflust der Kunden kommen jetzt auch die Zurückhaltung der Händler, die erstmal ihre Lager leeren. Sony Ericsson verkaufte von Januar bis März nur 14 Millionen Handys. Im Quartal zuvor setzte das Unternehmen fast doppelt so viele Mobiltelefone ab, im Vergleichszeitraum Januar bis März 2008 waren es 22.3 Millionen Geräte.

Der Grund für die Zurückhaltung der Kunden ist der durchschnittliche Verkaufspreis, der im ersten Quartal 2009 fast unverändert hoch bei 120 Euro bleibt. Im vierten Quartal 2008 verkaufte Sony Ericsson seine Handys für durchschnittlich 121 Euro. Das ist ungewöhnlich hoch für ein Unternehmen, das kaum Smartphones und kein Handy mit einem großen, hochauflösenden Touchscreen im Angebot hat.

Das erste Modell mit einem großen Touchscreen, das Idou, stellte Sony Ericsson im Februar 2009 auf dem Mobile World Congress vor. Es hat ein 3,5 Zoll großes, berührungsempfindliches Display mit 360x640 Pixel Auflösung und eine 12-Megapixel-Kamera. Es soll aber erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres in den Handel kommen.

Sony Ericsson hat sich zu lang auf seinem Erfolg mit den Reihen Walkman und Cybershot ausgeruht. Doch die Konkurrenz hat aufgeholt und heute hat fast jeder Hersteller Handys mit einer guten Kamera oder einem umfangreich ausgestatteten Musikplayer im Angebot.

Wegen der anhaltenden Verluste verhandelt der Netzausrüster Ericsson bereits über einen Ausstieg aus dem Joint-Venture. Sony möchte das Geschäft allein weiter betreiben, hat im Moment aber nicht genügend finanzielle Mittel, um die Anteile von Ericsson zu übernehmen.

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