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Überraschung: Biztalk Server 2006 r2 kommt mit Point-toPoint-Adaptern

11.09.2007 | 11:33 Uhr |

Microsoft bringt diese Woche wie versprochen die zweite Version des Biztalk Server 2006 auf den Markt.

Dessen Features sind bereits weidlich bekannt; Highlights des Biztalk Server 2006 r2 sind laut Branchendienst " Computerwire " aber einige Extra-Goodies, die Microsoft zuvor noch nicht verraten hatte.

Ironischerweise wird nämlich zum Beispiel die CTP (Community Technology Preview, heißt anderswo öffentliche Beta) einer Sammlung von Applikations-Adaptern mitgeliefert, die man für Point-to-Point-Verbindungen zwischen Anwendungen nutzen kann, ohne Biztalk selbst einzusetzen.

Laut Product Management Director Steven Martin eignen sich diese etwa für Anfangsszenarien, in denen es gilt, ein Sharepoint-Portal oder eine andere .NET-Applikation mit Oracle, Siebel oder SAP zu verbinden. "Solange man nicht wenigstens drei Systeme zu integrieren hat, ist ein Middle Tier [wie Biztalk, Anm. d. Red.] wohl nicht unbedingt sinnvoll", sagt der Microsoft-Mann.

Die neuen Adapter könnten aber natürlich den Grundstein für spätere Biztalk-Projekte legen, so Martin weiter, indem sie einen Einstiegspunkt bereitstellten, an dem man die Installation von Biztalk selbst noch aufschieben könne. Nach Angaben des Microsoft-Manns ist der Migrationspfad einfach - Anwender müssten später lediglich den "Kanal" im Adapter von der Zielanwendung auf Biztalk umschalten.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es die Adapter wie gesagt nur als Vorabversion, die zukünftige Bepreisung ist noch unklar. Zum General Release würden sie aber natürlich nicht teurer sein als der mit grundlegenden Adaptern gebündelte Biztalk Server, so Martin weiter. Allerdings ist wohl davon auszugehen, dass eine phasenweise Integration Adapter-Biztalk etwas teurer sein wird als ein Biztalk-Direkteinstieg.

Die zweite Neuerung in Biztalk Server 2006 r2 bezeichnet Microsoft als "ESB Guidance". Dahinter verbergen sich Beispiel-Code, Muster, Komponenten und Best Practices zur Realisierung eines eigenen Enterprise Service Bus mittels Biztalk und WCF (Windows Communication Foundation, vormals "Indigo"). "Viele Kunden sind mit unfinanzierbaren Implementierungen in Probleme gelaufen. Wir hoffen, dass dieser Ratgeber das verbessern wird", sagt Martin.

Was das r2-Release selbst betrifft, hatte Microsoft schon vor Monaten dessen Pricing (8500 Dollar pro Server) und neue Features angekündigt, zu denen das Bundling vierer Supply-Chain-Messaging-Formate (HL6, HIPAA, Swift, RosettaNet) sowie Unterstützung für RFID und Edifact-basierende EDI-Transaktionen gehört, die zuvor nur à la carte erhältlich waren. Außerdem kommt die neue Version mit einer Paket zur Anbindungen von Filialniederlassungen sowie Unterstützung für Windows Vista und Office 2007. Martin stellte außerdem für Microsofts im kommenden Monat in Redmond zum fünften Mal stattfindende SOA and BPM Conference "eine Vielzahl von SOA-Ankündigungen" in Aussicht.

Speziell die neuen Point-to-Point-Adapter wertet "Computerwire" als Einständnis der Tatsache, dass Microsofts Sweet Spot im Markt kleine Mittelständler mit oftmals recht bescheidenen Ansprüchen sind. Irgendwann musste der Konzern seine Connectivity-Features in kleinere Pakete packen, und nichts anderes sind die neuen Adapter. Sie könnten speziell für Microsoft-VARs viele Geschäftsmöglichkeiten anbieten, da Installation und Konfiguration von Biztalk doch die Möglichkeiten der meisten Zielkunden des neuen Angebots übersteigen dürften.

Das ESB-Angebot bezeichnet der Branchendienst als einen "Ikea-Ansatz": Microsoft habe zwar keinen dedizierten Enterprise Service Bus im Angebot, biete aber die Einzelteile dafür an und ermutige (wie das schwedische Möbelhaus) den Nutzer dazu, sich diesen zuhause selbst zusammenzubauen. Solche Kits anzubieten und dann die Bauanleitungen zu vereinfachen, sei eine erprobte Strategie von Microsoft. Und auch hier biete sich eine schöne Chance für den riesigen VAR-Kanal der Redmonder. (tc)

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