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EU will Facebook zu besserem Datenschutz zwingen

28.11.2011 | 17:23 Uhr |

Eine EU-Kommission soll prüfen, inwieweit Facebook die persönlichen Informationen seiner Nutzer an Werbetreibende weitergeben darf.

Wie heute bekannt wurde, wird sich eine EU-Kommission in den nächsten Wochen mit den Datenschutz-Richtlinien von Facebook beschäftigen und prüfen, inwieweit das Social Network durch die Herausgabe von Nutzerdaten an Werbetreibende  gegen bestehende Gesetze verstößt. Die EU wirft Gründer Mark Zuckerberg vor, Mitglieder mit Hilfe ausgeklügelter Software auszuspähen und Details zu deren religiösen, sexuellen und politischen Ansichten sowie ihre Standorte an die Industrie zu verkaufen. Diese profitiert von derartigen Informationen und kann ihre Werbeanzeigen so noch besser auf die entsprechenden Nutzer zuschneiden.

Die persönlichen Details werden ganz unabhängig davon gesammelt, welche Privatsphäre-Einstellungen von den Facebook-Mitgliedern vorgenommen wurden. Eine neue Direktive, die im Januar vorgestellt wird, soll derartige Werbung unterbinden, es sei denn, die Nutzer haben ausdrücklich darum gebeten.

Bislang konnte sich Facebook dem Gesetzesarm der EU entziehen, da ein Großteil der gesammelten Daten auf Servern in den USA gespeichert wird. Diese Ausrede soll in Zukunft jedoch nicht mehr gelten. Sollte sich Facebook nicht an die neuen Vorgaben halten, drohen dem sozialen Netzwerk rechtliche Konsequenzen oder hohe Geldstrafen. Dieser Schritt könnte den Facebook-Börsengang im nächsten Jahr gefährden, da die Überwachung genau die Art und Weise angreift, mit der das Netzwerk sein Geld verdient.

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