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Über 180 Künstler protestieren gegen Youtube

21.06.2016 | 15:54 Uhr |

In einem offenen Brief fordern über 180 namhafte Künstler eine Reform des US-Urheberrechts. Der Protest richtet sich vor allem gegen Youtube.

In den USA haben über 180 Künstler einen offenen Brief unterzeichnet, mit dem der Kongress zur einer Änderung des geltenden Urheberrechts aufgefordert werden. Der offene Brief wird über Werbeanzeigen in großen US-Publikationen verbreitet. An der Aktion beteiligen sich unter anderem Künstler wie Paul McCartney, Taylor Swift und U2, aber auch große Plattenfirmen, wie Sony Music, Universal Music Group und BMI.

In dem offenen Brief beklagen sich die Unterzeichner darüber, dass sie keine ausreichende Vergütung für die Verbreitung ihrer Werke im Internet erhalten. Youtube wird nicht namentlich genannt, allerdings richtet sich die Kampagne vor allem gegen den Online-Videodienst von Google. Der Vorwurf lautet, dass zwar immer mehr Musik online verbreitet werde, davon aber vor allem die Betreiber der Dienste profitieren und nicht auch die Künstler selbst. Diese Entwicklung bedrohe nicht nur die Existenz der aktuellen Generation der Künstler, sondern auch die kommenden Generationen. Aufstrebende Künstler sollten künftig nicht vor die Wahl gestellt werden, Musik machen zu dürfen oder genug zum Leben verdienen zu können.

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Das Urheberrechtsgesetz DMCA (Digital Millennium Copyright Act) sei veraltet, passe nicht in die aktuelle Zeit und trage zum Leid von tausenden Songwritern und Künstlern bei. Die Tech-Unternehmen, die sich jetzt auf den DMCA berufen, seien bei dem Verfassen des Gesetzes Ende der 1990er Jahre gar nicht gemeint gewesen.

Das DMCA schütze die besagten Tech-Unternehmen davor für Urheberrechtsverletzungen belangt zu werden. Von den Nutzern bei den Diensten hochgeladene Inhalte, die Urheberrechte verletzen, müssen von den Diensten erst nach Aufforderung durch die Rechteinhaber entfernt werden. Die Künstler und Plattenfirmen sehen darin einen Verhandlungsvorteil für die Betreiber der Dienste. Sie würden nicht nur nicht ausreichend finanziell beteiligt, sondern hätten auch keinen Einfluss darauf, wie ihre Musik verbreitet wird. Youtube hat in der Vergangenheit immer wieder damit gekontert, dass es Milliarden von US-Dollar an die Musikmacher ausschüttet und ihnen auch Tools zur Verfügung stelle, um die Kontrolle über die Verbreitung ihrer Musikstücke auf Youtube zu behalten.

Der Zeitpunkt für den offenen Brief dürfte kein Zufall sein. Alle großen Plattenfirmen verhandeln derzeit mit Youtube neu.

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