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Feuerwehr Köln optimiert Abläufe bei Großeinsätzen

23.10.2007 | 17:44 Uhr |

Die Feuerwehr Köln und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT haben die Vorgehensweisen beim Massenanfall von Verletzten bei einem Großschadensereignis erstmals mit Werkzeugen des Prozessmanagements modelliert.

Die Maßnahmen könnten so genauer analysiert und mögliche Engstellen besser erkannt werden, wie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT erläutert. Zudem sei die Übertragbarkeit in andere Notfallpläne möglich.

Ein Einsatz mit 500 bis 1200 Verletzten stellt jeden Rettungsdienst in Deutschland vor Aufgaben, die er alleine nicht bewältigen kann. Eine koordinierte Unterstützung durch andere Organisationen ist notwendig, um der Lage Herr zu werden. Vor diesem Hintergrund ist der Einsatzplan ÜMANV (Überörtliche Unterstützung beim Massenanfall von Verletzten) entwickelt und mit allen beteiligten Rettungsorganisationen abgestimmt worden.

Dokumentiert war der ÜMANV bisher in einem Textdokument. Das Fraunhofer FIT hat den planerischen ÜMANV-Ablauf analysiert und erstmals formal als Prozess modelliert. Aus einem 45-seitigen Textdokument ist ein Prozess mit 193 Maßnahmen, 156 Meldungen, 35 Regeln, 12 Einsatzzielen und 61 Ressourcenanforderungen geworden, der sich jetzt mit Werkzeugen des Prozessmanagements untersuchen lässt. So sollte schnell klar werden, ob und wo es Koordinationsengstellen oder einen Mangel bestimmter Ressourcen gibt, die eine Umgestaltung des Prozesses verlangen.

"Mit der gewählten Modellierungsmethode wurde eine bisher nicht mögliche analytische Schärfe in der Vorgehensweise geschaffen", betont Dr. Jörg Schmidt, Leiter Krisenmanagement der Stadt Köln.

Ein weiterer Vorteil ist die Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse auf andere Koordinationsprozesse, beispielsweise bei Einsätzen mit Gefahrgütern.

"Wir können wesentliche Prozessteile als Bausteine in andere Einsatzplanungen übernehmen. Die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für andere Großschadensfälle wird so wesentlich effizienter", erklärt Prof. Dr. Thomas Rose vom Fraunhofer FIT, der das Projekt koordinierte. Beteiligt waren unter anderem auch Top-Studenten des Lehrstuhls für Informatik 5 der RWTH Aachen sowie des Bonn-Aachen International Center for Information Technology (B-IT).

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