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Mozilla stellt Bedingung für Firefox-Nutzung

15.09.2008 | 16:03 Uhr |

Mozilla hat den Ubuntu-Entwicklern eine Bedingung dafür gestellt, dass der Browser in der Linux-Distribution überhaupt noch weiterverwendet werden darf. In dem Streit geht es um die für Firefox geltenden Lizenzbestimmungen oder vielmehr um deren Einhaltung.

Der südafrikanische Unternehmer und Ubuntu-Förderer Mark Shuttleworth hat in einer Mitteilung an die Ubuntu-Community darauf aufmerksam gemacht, dass Mozilla eine wichtige Bedingung dafür aufgestellt habe, dass man in Ubuntu auch in Zukunft einen Browser namens Firefox mitliefern darf.

Die von Mozilla aufgestellte Bedingung lautet, dass vor der ersten Nutzung von Firefox zunächst die Lizenzbestimmungen eingeblendet und vom Anwender gelesen und bestätigt werden müssen. Erfüllt Ubuntu diese Bedingung nicht, dann darf der Linux-Distribution nicht mehr ein Browser namens "Firefox" hinzugefügt werden, sondern man müsse den Mozilla-Browser unter einem neuen Namen nutzen.

"Dar Firefox ihre Marke ist, die wir beabsichtigen zu respektieren, stehen wir vor der Wahl, mit Mozilla zusammenzuarbeiten und die Bedingung zu erfüllen oder auf einen Browser ohne Markenzeichen zu wechseln", schreibt Shuttleworth. Die Macher der Ubuntu-Distribution und die Anwender auch, so fügt Shuttleworth hinzu, seien aber sicherlich dafür, dass Firefox weiterhin in Ubuntu erhalten bleibe.

Shuttleworth schreibt weiter, dass es für Mozilla verständlich sei, Bedingungen und Richtlinien aufzustellen, die die Nutzung ihrer Marken regeln. Dasselbe mache man auch bei Ubuntu und bei anderen Software-Projekten. Kritik äußert Shuttleworth allerdings daran, dass die Lizenzbestimmungen zu den Bedingungen und Richtlinien gezählt würden.

"Es ist bedauerlich, das Mozilla fühlt, dass sie (die Lizenzbestimmungen) absolut notwendig sind", schreibt Shuttleworth. Ziel sei es nun, die Bedingung umzusetzen, ohne die User-Erfahrung zu stören, die der Anwender bei der Nutzung von Ubuntu gewohnt ist.

Darf offene Software die Einblendung der EULA fordern? Darüber ist nunmehr eine rege Diskussion ausgebrochen . Einige halten die EULA für inakzeptabel, andere raten dazu, dass die Firefox-EULA bei der Ubuntu-Installation eingeblendet werden sollte. Ein anderer Diskussionsteilnehmer vertritt die Ansicht, dass Anwender es gewöhnt seien, beim ersten Start einer Software die EULA lesen zu müssen.

Shuttleworth betont, dass man Mozillas Rechte an Firefox respektiere und Anwender, denen dies missfalle, das Prinzip der freien Software nicht verstanden hätten. Dennoch wird in der kommenden Ubuntu-Version Intrepid neben Firefox auch ein weiterer Browser enthalten sein: aBrowser. Der Browser basiert auf den Code von Firefox, werde aber nicht Mozillas Rechte an Firefox beeinträchtigen und blende auch beim ersten Starten nicht die Lizenzbestimmungen ein.

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