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Audi, BMW und Mercedes könnten Nokia here bekommen

19.06.2015 | 12:13 Uhr |

Uber bietet rund 2,7 Milliarden Euro für Nokia here. Doch Audi, BMW und Mercedes-Benz halten dagegen und verbünden sich mit Baidu. Update 19.6.: Die deutschen Autobauer scheinen der Favorit für die Übernahme von Nokia here zu sein.

Update 19. Juni 2015: Deutsche Auto-Hersteller liegen wohl vorn

Die Nachrichten-Seite Bloomberg berichtet, dass das Konsortium aus Audi, BMW und Mercedes-Benz beim Kauf von Nokia here die Nase vorn haben soll. Allerdings soll sich Nokia mit den deutschen Auto-Bauern noch nicht über den Preis einig sein. Das will Bloomberg aus gut informierten Kreisen erfahren haben. Nokia will demnach 4 Milliarden US-Dollar (zirka 3,5 Milliarden Euro) für seine Karten-Sparte haben, die Deutschen wollen aber nicht so viel bezahlen.

Update Ende, Beginn des ursprünglichen Textes

Bereits seit einigen Wochen ist bekannt, dass Nokia seinen Kartendienst Nokia here verkaufen will. Mit dem Erlös will Nokia seine Expansion im Netzwerk-Ausrüsterbereich finanzieren.

Für Nokia here bieten angeblich der Fahrervermittlungsdienst Uber, Facebook und die deutschen Automobil-Hersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz mit. Wobei sich die deutschen Automobil-Hersteller mit der chinesischen Suchmaschine Baidu zusammengetan haben sollen um ein gemeinsames Angebot abgeben zu können. Außerdem soll noch eine Private Equity-Firma um here mitbieten. Angeblich soll Nokia auch schon mit Apple Gespräche über einen Verkauf von here geführt haben.

Die New York Times hat nun eine konkrete Summe genannt. Demnach bietet Uber drei Milliarden US-Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro) für here. Das will die New York Times von drei Personen erfahren haben, die das Gebot kennen. Zudem soll laut New York Times Ende Mai die Entscheidung darüber fallen, an wen Nokia seine Kartensparte verkaufen werde.

Der Wert von here wird auf 2,1 Milliarden US-Dollar (1,87 Milliarden Euro) geschätzt. Im Jahr 2008 hatte Nokia noch 8,1 Milliarden US-Dollar (7,2 Milliarden Euro) für den Geodaten- und Kartenanbieter Navteq gezahlt, der zusammen mit Nokia Ovi den Kern von Nokia Here bildete.

Nokia will angeblich Here verkaufen

Die Verhandlungen laufen aber noch auf vollen Touren, eine Entscheidung ist offensichtlich noch nicht gefallen. Microsoft wird übrigens nicht als potenzieller Käufer genannt, obwohl Bing Maps und here eng zusammenarbeiten.

Uber würde mit der Übernahme von here unabhängig von Google Maps werden. Denn Google Maps benutzt Uber bisher als Kartenbasis für seine Fahrervermittlungsdienste.

Nokia here ist vor allem bei den fest eingebauten Navigationssystem weit verbreitet. Auch in dem von uns getesteten Mazda 3 kommt here zum Einsatz. Die Automobil-Hersteller brauchen für ihre Forschungen mit teil- und hoch-automatisiert fahrenden PKWs wiederum sehr exaktes Kartenmaterial, wie es here besitzt.

Update 11. Mai: Garmin erwartet zunächst keine Auswirkungen

Aber auch Garmin verwendet für seine Navigationsgeräte (PNDs) das Kartenmaterial von Nokia here. Beispielsweise in der nüvicam. PC-WELT fragte bei Garmin nach, welche Auswirkungen eine Übernahme von Nokia here für Garmin-Kunden haben könnte. Marc Kast, PR-Manager von Garmin Deutschland: "Here ist seit vielen Jahren Partner von Garmin – auch im Bereich Karten. Wir haben mit here sehr langfristige Verträge, so dass wir einem erneuten Verkauf von here (ehemals Navteq) recht entspannt entgegensehen."

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