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USA: Falsche Mobilfunktürme spionieren Handy-Nutzer aus

14.11.2014 | 12:04 Uhr |

Ein Zeitungsbericht deckt auf: In den USA werden die Handy-Nutzer über fliegende, gefälschte Mobilfunktürme ausspioniert.

Das US-Justizministerium lässt über US-Großstädte ein Flugzeug fliegen, in denen sich Geräte befinden, die einen Mobilfunkturm emulieren. Das berichtet das Wallstreet Journal. Im Visier seien zwar die Smartphones von Kriminellen. Allerdings sei auch die Privatsphäre tausender US-Bürger betroffen, so die Zeitung.

Dem Bericht zufolge sei für den Einsatz des Flugzeugs der United States Marshals Service verantwortlich, der dem US-Justizministerium unterstehe. Das Flugzeug sei in unterschiedlichen Operationen seit 2007 in mindestens fünf US-Großstädten zum Einsatz gekommen.

Smartphones stellen immer eine Verbindung zum stärksten in der Umgebung befindlichen Mobilfunkturm her. Die Technik im Flugzeug emuliert einen besonders starken Mobilfunkturm, so dass sich die Smartphones in dem überflogenen Gebiet damit verbinden. Ziel sei es, den genauen Standort von Personen zu ermitteln, die einer schweren Straftat wie etwa Drogenhandel verdächtigt werden. Dabei werden aber laut dem Bericht auch die Daten von unverdächtigen Personen gesammelt.

Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union bezeichnet das Vorgehen der Behörde als eine "unverzeihliche Rasterfahndung". Das US-Justizministerium wollte die Existenz des Programms weder bestätigen noch dementieren. Es wurde nur darauf hingewiesen, dass sich alle Ermittlungsbehörden des US-Justizministerium an geltendes Recht halten würden, auch wenn dafür eine richterliche Anordnung notwendig sei.

Kritiker weisen darauf hin, dass beim Einsatz der gefälschten Mobilfunktürme Anrufe verloren gehen könnten. Vor allem bei Notrufen wäre dies gefährlich. Laut einer der beiden Quellen des Wallstreet Journal habe man aber bei der Programmierung der Geräte darauf geachtet, dass dies nicht passieren könne.

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