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iPhone-Jailbreaks sind nunmehr legal

27.07.2010 | 10:47 Uhr |

Das Knacken des iPhone ist in den USA nunmehr legal und fällt unter die Fair-Use-Nutzung des Geräts. Auswirkungen hat diese Entscheidung aber kaum.

Die Electronic Frontier Foundation hatte bei der US-Regierung beantragt, dass der Digital Millennium Copyright Act (DCMA) dahingehend angepasst wird, dass das Hacken des iPhone unter die Fair-Use-Nutzung fällt. Dieser Änderung hat die Regierung zugestimmt und vom US Copyright Office wurde die neue Regel nun verkündet.

Laut der neuen Regel verstoßen nunmehr iPhone-Käufer nicht mehr gegen DCMA, wenn sie mit einem so genannten Jailbreak das iPhone knacken, um eigene Software auf dem Gerät zu installieren oder um der Hardware neue Funktionen zu entlocken. In der Vergangenheit gab es allerdings keine Fälle, in denen Apple juristisch gegen das Jailbreak seiner Geräte vorging. Stattdessen liefert sich Apple regelmäßig ein Katz-und-Maus-Spiel mit Hackern. Der neuen Regel zufolge, darf Apple nunmehr nicht mehr aktiv Maßnahmen ergreifen, die ein Jailbreak verhindern.

Die EFF feiert die Änderung als einen Erfolg gegen die schlimmsten Fehler, die das DCMA gehabt habe . Die Entscheidung bezüglich "Jailbreaking" befreie das iPhone und andere Smartphones davor, nur mit Software zu laufen, die deren Hersteller liefere. Mehr als eine Millionen iPhone-Nutzer hätten ihr Gerät geknackt, um einen anderen Netzbetreiber zu nutzen oder um Applikationen aus anderen Quellen zu beziehen, als dem iTunes App Store.

Aufgrund der Bekanntgabe vom US Copyright Office ist das iPhone-Jailbreak nunmehr nicht mehr illegal. Allerdings gibt es auch immer noch Gründe, die gegen ein Jailbreak sprechen. Das Installieren von unautorisierten Applikationen kann dazu führen, dass das iPhone instabil wird. Außerdem kann es zu Sicherheitsproblemen kommen und das Aufspielen von neuen iOS-Updates wird erschwert.

Der Digital Millennium Copyright Act (DCMA) wird alle drei Jahre überprüft und um neue Ausnahmen erweitert. Neben dem iPhone wurde nun auch festgelegt, dass akademische Einrichtungen DVD-Kopierschutzroutinen knacken dürfen, um die Filme in den Klassenzimmern zu zeigen.

Ebenfalls erlaubt ist nunmehr die Umgehung von Software- und Hardware-Schutztechnologien für Produkte, die die Hersteller nicht mehr unterstützen. Bei derartigen Produkten ist es auch gestattet, sie nach Sicherheitslücken zu untersuchen und diese gegebenenfalls durch Patches zu stopfen.

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