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Verurteilter Spammer richtet Blutbad an

25.07.2008 | 11:55 Uhr |

In Colorado hat ein verurteilter Spammer zunächst seine Familie und anschließend sich selbst getötet. Zuvor war er aus einem Gefängnis geflohen.

In den USA hat der verurteilte "Spam-König" von Colorado, Eddie Davidson, ein Blutbad angerichtet. Davidson wurde im vergangenen Jahr wegen massiven Penny-Stock-Spams zu 21 Monaten Haft verurteilt, die er in einem Gefangenen-Camp in Florence, Colorado, absitzen sollte. Diese Camps sind keine Hochsicherheitsgefängnisse, so dass Davidson vergangenen Sonntag die Flucht gelang .

Danach ereignete sich das Familien-Drama. Lokalen Medienberichten zufolge erschoss Davidson in seinem Auto zunächst seine Frau und seine dreijährige Tochter und dann sich selbst. Ebenfalls im Wagen befunden haben sich eine nicht näher bezeichnete Jugendliche sowie ein sieben Monate altes Baby. Das Mädchen wurde mit einer Schussverletzung im Nacken ins Krankenhaus eingeliefert, dem Baby ist offenbar nichts geschehen.

Davidsonbetrieb zwischen 2003 und 2006 ein Spamming-Geschäft unter dem Namen Power Promoters. Dabei wurden hunderttausende Mails mit gefälschten Absenderangaben verschickt, die den Eindruck erwecken sollten, sie kämen von namhaften Firmen wie etwa AOL. Die Spam-Mails wurden in Auftrag eines nicht näher bezeichneten Unternehmens aus Houston verschickt und bewarben laut Gerichtsakten insgesamt rund 19 Penny-Stock-Aktien. Der Spammer erhielt Provisionen von dem Unternehmen in Houston, je nachdem, wie viele Penny-Stock-Aktien auf Grund der Spam-Mails gekauft wurden.

Die Masche war offenbar lukrativ: Alleine von der Firma aus Houston erhielt Davidson laut Gericht 1,4 Millionen Dollar. Insgesamt verfügte er bis 2006 über ein Vermögen von rund 3,5 Millionen Dollar.

Staatsanwalt Troy Eid erklärte hinsichtlich der schrecklichen Ereignisse: "Was für ein Alptraum und was für ein Feigling. Davidson sprach seinen Familienangehörigen für seine Vergehen die Todesstrafe aus."

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