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Spam-König zu Haftstrafe verurteilt

23.07.2008 | 11:26 Uhr |

Ein US-Gericht hat den als "Spam-König" bekannt gewordenen Robert Soloway zu einer Haftstrafe von 47 Monaten verurteilt.

In den USA ist ein Versender von Spam-Nachrichten erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Robert Soloway, der als "Spam-König" in der Öffentlichkeit tituliert wurde, ist von einem US-Bezirksgericht in Seattle dazu verdonnert worden, die nächsten 47 Monate hinter Gittern zu verbringen. Nach der Haft kommt Soloway für drei Jahre auf Bewährung frei und muss 200 Stunden Sozialdienst leisten.

Soloway war im Mai 2007 angeklagt worden und hatte sich des Betrugs und Spamming schuldig bekannt. Außerdem hatte Soloway auch zugegeben, Steuern hinterzogen zu haben. Dem Fall war in den USA viel Beachtung geschenkt worden, weil es noch nicht viele Gerichtsurteile gegen Spammer gibt. Zuletzt war Anfang des Jahres ein Spammer in Virginia zu neun Jahre Haft verurteilt worden und ein Spammer in New York wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Im Falle von Soloway hatten die Ankläger eine Haftstrafe zwischen sieben und neun Jahren gefordert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass Soloway ein viel schlimmerer Spammer gewesen sei, als alle bisher in den USA von anderen Gerichten verurteilten Spammer. Die Anwälte des "Spam-Königs" forderten dagegen Nachsicht vom Gericht, weil, so die Begründung, Soloway niemandem geschadet habe, keinen schädlichen Code in seinen Spam-Nachrichten versendet hatte und die Empfänger der Spam-Nachrichten auch nicht auf pornographische Websites gelenkt habe, wie es bei anderen Spammern oft der Fall gewesen sei.

Als Beispiel für einen viel schlimmeren Spammer nannten Soloways Anwälte den in Virginia zu neun Jahre Haft verurteilten Spammer, der in den Besitz von Millionen AOL-Mail-Adressen gelangt war und durch sein Treiben über drei Jahre hinweg mehr als 700.000 US-Dollar verdiente.

Die Ankläger konnten das Gericht aber davon überzeugen, dass Online-Kriminelle wie Soloway nur durch eine langjährige Haftstrafe gestoppt werden können. Dabei half auch, dass Soloway in der Vergangenheit bereits durch Microsoft und einem Internet-Provider verklagt worden war, in beiden Fällen verloren hatte und dennoch nicht aufhörte, Spam-Nachrichten zu versenden.

Das Verfahren wurde von Microsofts Anwalt Aaron Kornblum beobachtet, der das Urteil gegen Soloway begrüßte. "Soloway hat das Recht wiederholt gebrochen. Er hat sich über einen Bundesrichter hinweggesetzt und viel Geld gemacht. Das (Urteil) sendet eine starke Nachricht", sagte Kornblum nach Verkündung des Urteils. Microsoft hatte im Jahr 2003 Soloway als ersten Spammer angeklagt. Seinerzeit gehörte Soloway zu den drei schlimmsten Spammern überhaupt.

Einem anderen Top-Spammer ist am Wochenende die Flucht aus seiner Haft gelungen, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Der Spammer Eddie Davidson war im Dezember zu 21 Monaten Haft verurteilt worden, die er in einem Gefängnis in Colorado absitzen sollte. Am Sonntag gelang Davidson der Ausbruch.

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