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USA: Rekordstrafe für professionellen Software-Pirat

11.09.2006 | 10:11 Uhr |

In den USA wurde vergangene Woche die bislang längste Gefängnisstrafe gegen einen professionellen Software-Piraten ausgesprochen. Daneben muss der ehemalige Betreiber der Site ibackups.net Schadenersatz in Millionenhöhe abstottern.

Die US-Justiz setzt mehr und mehr Zeichen gegen professionelle Software-Piraten. Erst vor wenigen Wochen wurde ein 37-Jähriger wegen des Vertriebs raubkopierter Software zu sechs Jahren Haft und 4,1 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt ( wir berichteten ), nun wurde ein weiterer Fall abgeschlossen - mit neuen Höchststrafen, berichtet der IDG News Service.

Demnach wurde Nathan P., der ehemalige Betreiber der Site ibackups.net, zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Darüber hinaus muss der Mann, der bereits nahezu alle Besitztümer an den U.S. District Court for the Eastern District of Virginia abgetreten hat (woraus die Geschädigten Parteien entschädigt werden), Schadenersatz in Höhe von 5,4 Millionen US-Dollar zahlen, so die Software & Information Industry Association (SIIA). Nathan P. bekannte sich bei dem Verfahren in zwei Fällen der kriminellen Urheberrechtsverletzung für schuldig.

Im Dezember vergangenen Jahres beurteilte das U.S. Department of Justice (DOJ) die Site ibackups.net als "die größte profitorientierte Piraterie-Site für Software, die jemals von den polizeilichen Behörden geschlossen wurde". Der Marktwert der über die Site vertriebenen Software soll 20 Millionen US-Dollar betragen haben. Laut SIIA hat der Betreiber der Site Text-Anzeigen von Google genutzt, um andere Anwender auf die Website aufmerksam zu machen.

Durch die Abtretung seiner Besitztümer wurden offenbar bereits 400.000 US-Dollar beglichen, die Restsummer in Höhe von fünf Millionen US-Dollar soll P. in Raten zahlen. Hierfür muss er 60 Tage nach seiner Haft beginnen, monatlich 200 US-Dollar zu entrichten. Insofern muss die Schadenersatzsumme eher symbolisch bewertet werden (außer der Verurteilte gewinnt im Lotto). Denn, ohne Zinsen gerechnet, würde P. bei diesen Abzahlungsmodalitäten schlappe 2083 Jahre benötigen, um auf die Summe von fünf Millionen US-Dollar zu kommen.

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