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40.500 Dollar Schadensersatz für Filesharing

02.09.2008 | 15:27 Uhr |

Für die Musikindustrie in den USA ist es ein großer Erfolg: In einem Filesharing-Verfahren wurde der US-Amerikaner Jeffrey Howell wegen des Verbreitens von 12 Musiktiteln zu 40.500 US-Dollar Schadensersatz verurteilt.

Die generelle Wirkung dieser Entscheidung für die Situation in den USA muß abgewartet werden. In der sieben Seiten langen Begründung zum Urteil wird unter anderem darauf eingegangen, dass Howell absichtlich Beweismaterial vernichtet habe. Die Schadenersatzsumme setzt sich aus den ursprünglich berechneten 750 US-Dollar für insgesamt 54 Musiktitel zusammen. Der Download der auf seinem Computer gespeicherten Dateien durch Dritte konnte dem Beklagten jedoch letztlich nur für 12 Titel nachgewiesen werden.

Nach US-amerikanischem Recht reicht es nicht aus, Dateien in einem Filesharing-Netzwerk öffentlich zugänglich zu machen (so etwa im deutschen Recht). Sie müssen auch tatsächlich durch Dritte heruntergeladen werden. Bereits im Oktober 2007 wurde eine US-Amerikanerin für schuldig befunden, 24 urheberrechtlich geschützte Musikstücke an andere übermittelt zu haben. Die Strafe betrug insgesamt 222.000 Dollar. An diesem Urteil wird aber kritisiert, dass die Geschworenen gerade bezüglich dieser Fakten falsch instruiert worden sein. Der Anwalt der Verurteilten beantragte eine Wiederaufnahme und aus einer Neuverhandlung könnten sich neue Grundsätze für Filesharing-Prozesse in den USA ergeben. Auf diesem Gebiet ist in den USA momentan einiges im Fluß. Im aktuellen Fall wurde auf diese Problematik jedoch nicht weiter eingegangen, wobei zu berücksichtigen ist, dass Howell sich aus finanziellen Gründen nicht durch einen Anwalt vertreten ließ.

Mit dem deutschen Recht ist die Entwicklung in den USA nicht zu vergleichen, aber seit diesem Monat hat sich auch im deutschen Recht einiges verändert: Nur noch 100 Euro Abmahnkosten für Anwälte

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