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US-Strafverteidiger: Strafen für Hacker zu hoch

21.02.2003 | 12:26 Uhr |

In einer Stellungnahme an den US-Kongress vertritt die größte Vereinigung von US-Strafverteidigern die Position, dass die Gerichte zu schwere Strafen gegen Hacker verhängen.

In einer Stellungnahme an den US-Kongress vertritt die größte Vereinigung von US-Strafverteidigern die Position, dass die Gerichte zu schwere Strafen gegen Hacker verhängen. Ihrer Meinung nach begründen die Gerichte ihre Urteile auf Schadensangaben, die leicht zu manipulieren sind und so zu weit höheren Strafen führen oder den Angeklagten zu einem Handel mit der Staatsanwaltschaft zwingen.

Das Papier wurde von der "National Association of Criminal Defense Lawyers" (NACL) zusammen mit der "Electronic Frontier Foundation" (EFF) und dem "Sentencing Project" nach dem Studium von 55 Fällen von Computer-Vergehen verfasst.

"Der Großteil der Vergehen waren verärgerte Beschäftige, die sich an ihrem Unternehmen rächen oder ihr Wissen zu Geld machen wollten", heißt es in der Stellungnahme. Derartige Fälle sollten eher wie Diebstahl oder vergleichbare Fälle behandelt werden und nicht als eine Form des Terrorismus.

Die Initiative der Anwälte steht in Zusammenhang mit dem geplanten "Homeland Security Act 2002". Dieser Gesetzesvorschlag sieht unter anderem schwerste Strafen für Computer-Vergehen vor. Im Extremfall drohen Hackern lebenslange Haftstrafen. Die drei Organisationen vertreten allerdings die Ansicht, dass bereits ausreichende Regelungen für derartige Fälle bestehen.

Im schlimmsten Fall könnte eine Verschärfung der Strafen sogar kontraproduktiv wirken. Dann nämlich, wenn Computerexperten eine Sicherheitslücke bei einem Unternehmen entdecken und diese aus Angst vor Bestrafung verschweigen.

Virenautor zu zwei Jahren Haft verurteilt (PC-WELT Online, 22.01.2003)

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