US-Musiklabel haben Klage gegen Allofmp3.com eingereicht

Donnerstag den 21.12.2006 um 12:48 Uhr

von Markus Pilzweger

Der Streit zwischen der Musikindustrie und der russischen Musik-Site Allofmp3.com geht in die nächste Runde. Nun haben mehrere Musiklabel in den USA Klage gegen das russische Unternehmen Mediaservices eingereicht, das unter anderem Allofmp3.com betreibt.

Die US-Musiklabel Arista Records, Warner Bros, Capitol und UMG Recordings haben in New York Klage gegen das in Moskau beheimatete Unternehmen Mediaservices eingereicht. Die Firma betreibt unter anderem den russischen Musikshop Allofmp3.com. Die Site bietet hunderttausende von Musiktiteln zum Kauf an, komplette Alben kosten dabei jedoch lediglich rund einen US-Dollar, einzelne Songs wandern für wenige Cent über die Leitung.

Der Streit zwischen der Site und der Musikindustrie zieht sich schon eine Zeit hin, die Label werfen Allofmp3.com dabei vor, über keine Lizenzen für den Verkauf der Titel außerhalb Russlands zu verfügen. Daneben dürften wohl auch die außerordentlich günstigen Preise den Musikmanagern gegen den Strich gehen. Allofmp3.com hingegen verweist darauf, sehr wohl in Besitz einer Lizenz zum Verkauf der Titel zu sein. Diese stamme von der russischen Einrichtung Roms, die für die Vergabe solcher Lizenzen zuständig ist. Die Musikverlage wiederum sind der Ansicht, dass Roms keine Lizenzen für den Vertrieb an Nutzer in Drittländern ausstellen dürfe, was wiederum Roms anders sieht.

In der nun eingereichten Klage heißt es laut einem Bericht der BBC unter anderem, dass das "gesamte Geschäftsmodell des Angeklagten darauf basiert, in massiver Weise gegen die exklusiven Rechte der Kläger zu verstoßen". Die Anwälte der Musiklabel stützen sich dabei auf den Copyright Act.

"Die Aktivitäten von Allofmp3.com sind vollkommen legitim", meint hingegen der Generaldirektor von Roms, Oleg Neus, gegenüber der BBC Russia. Und weiter: "Die Meinungen ausländischer Urheberrechtsinhaber ist nichts weiter als das - ihre Meinung."

Roms ist der Meinung, dass ihr die russische Verfassung erlaube, Musik-Lizenzen an Allofmp3.com ausstellen zu dürfen, auch ohne die Erlaubnis der eigentlichen Rechteinhaber. Wohin das über die Lizenzzahlungen von Allofmp3.com eingenommene Geld, das für die Plattenfirmen und die Künstler gedacht ist, tatsächlich aber fließt, ist nicht bekannt.

Donnerstag den 21.12.2006 um 12:48 Uhr

von Markus Pilzweger

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