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US-Musikindustrie verklagt P2P-Börse Limewire

08.08.2006 | 09:56 Uhr |

In den USA haben 13 Musikunternehmen Klage gegen Lime Wire LLC, den Betreiber der gleichnamigen P2P-Börse, eingereicht. Dem Unternehmen wird Musikpiraterie vorgeworfen, mögliche Schadenersatzzahlungen könnten sich auf bis zu 476 Millionen Dollar belaufen.

Erst vor wenigen Wochen hat sich mit Kazaa eine der großen P2P-Börsen im Kampf mit der Musikindustrie geschlagen gegeben ( wir berichteten ). Mittlerweile ist die Karawane der Anwälte weiter gezogen und hat ein neues Ziel im Visier: Limewire. 13 Musikunternehmen haben nun den Betreiber der Tauschbörse, Lime Wire LLC, wegen Musikpiraterie verklagt.

In der Klageschrift führen die Musikfirmen beispielhaft 3173 aktuelle und 22 ältere Songs auf, die derzeit über Limewire erhältlich sind. Die Kläger fordern für jeden aktuellen Titel Schadenersatz von bis zu 150.000 US-Dollar und 30.000 US-Dollar für ältere Werke. Damit summiert sich die maximal mögliche Schadenersatzzahlung auf rund 476 Millionen US-Dollar, die Lime Wire LLC zahlen müsste, sollte das Unternehmen den Rechtsstreit verlieren.

Betrachtet man den Ausgang ähnlicher Klagen gegen P2P-Börsen in der vergangenen Zeit, dürfte mit diesem Schritt auch das Ende von Limewire in seiner jetzigen Form eingeläutet worden sein. Wie bereits Grokster, Winmx, Bearshare oder aktuell Kazaa dürfte Limewire mittelfristig geschlossen werden oder sich zu einem legalen Musik-Shop wandeln.

Im Vorfeld der Klage sei die Recording Industry Association of America (RIAA) auch auf Limewire zugegangen, um das Unternehmen zu "überzeugen", seinen Betrieb einzustellen oder auf ein legales System umzustellen, erklärte die RIAA. Da das Unternehmen aber nicht darauf reagiert habe, hätte die Industrie keine andere Wahl gehabt, als zu klagen, so eine Sprecherin des Verbandes.

Bei den Klägern handelt es sich um Arista Records, Atlantic Recording, BMG Music, Capitol Records, Elektra Entertainment Group, Interscope Records, Laface Records, Motown Record Company LP, Priority Records, Sony BMG Music Entertainment, UMG Recordings, Virgin Records America und Warner Bros. Records.

Musikindustrie siegt: Kazaa wird legale Tauschbörse (PC-WELT Online, 27.07.2006)

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