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US-Militär testet Echtzeit-Übersetzungssystem im Irak

12.10.2006 | 11:37 Uhr |

Wie einfach wären Reisen in ferne Länder zuweilen, wenn man ein Gerät hätte, das die eigene Sprache in Echtzeit in die des jeweiligen Landes und zugleich auch noch die Antwort des Gesprächspartners in die eigene Muttersprache übersetzt. Ein solches System will nun das US-Militär im Irak testen.

Das U.S. Joint Forces Command (USJFCOM) will im Irak das Übersetzungssystem "Mastor" von IBM testen, das gesprochenes Englisch in Arabisch (und umgekehrt) in Echtzeit übersetzt. Während der Testphase soll das System in kontrollierten Umgebungen eingesetzt werden, beispielsweise in Krankenhäusern oder bei der Ausbildung von irakischen Polizisten.

Das System arbeitet dabei bidirektional. Derzeit umfasst der Sprachkatalog über 50.000 englische Wörter sowie über 100.000 arabische Ausdrücke. Untergebracht wird die Software auf einem speziell ausgestatteten Toughbook von Panasonic, das mit einem Mikrophon ausgerüstet ist. Der Anwender, beispielsweise ein US-Soldat, würde dann ganz normal in das Mikrophon sprechen, worauf die IBM-Software simultan mit der Übersetzung beginnt und den Inhalt auf Arabisch per Lautsprecher ausgibt. Umgekehrt wird die Antwort auf Arabisch ins Englische übersetzt. Darüber hinaus werden die Sätze zu Kontrollzwecken sowohl in der Originalsprache als auch in der Übersetzung auf dem Display angezeigt und der übersetzte Satz wird zugleich in die Originalsprache zurück übersetzt, um es dem Originalsprecher zu ermöglichen, Missverständnisse oder falsche Übersetzungen schnell zu erkennen und gegebenenfalls zu korrigieren.

IBM arbeitet bereits seit 2001 an Mastor, einem System, das automatische Spracherkennung, die Erkennung natürlicher Sprache und Sprach-Synthese kombiniert. Zu Beginn werden 35 Mastor-Systeme an das USJFCOM geliefert werden. Die Auslieferung soll noch diesen Monat erfolgen.

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