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US-Militär mit Hackern gegen den Feind

21.04.2005 | 15:35 Uhr |

Das US-Militär unterhält eine eigene Hacker-Abteilung, wohl die am besten ausgestattete der Welt.

Im Rahmen einer Anhörung vor einer Kommission des US-Senats wurde offenbar, dass das US-Militär eine eigene Gruppe von Hackern aufgebaut hat. Die Einheit trägt den schönen Namen "Joint Functional Component Command for Network Warfare" (JFCCNW) und untersteht dem "Strategic Command", kurz " Stratcom ", einer gemeinsamen Einrichtung der einzelnen militärischen Organisationen (Heer, Marine, Luftwaffe, usw.).

Vordergründig ist die Hauptaufgabe der JFCCNW der Schutz militärisch wichtiger Netzwerke vor Angriffen. Allein im letzten Jahr wurden mehr als 75.000 Einbruchsversuche in Computernetze des US-Militärs gezählt. Zu den Aufgaben gehört auch der Schutz wichtiger Infrastruktur wie etwa der Strom- und Telefonnetze. Das US-Verteidigungsministerium berichtet gerne über die erheblichen finanziellen Mittel, die es für den Schutz der IT-Infrastruktur ausgibt.

Hingegen wurde bislang nie offiziell bestätigt, dass auch Angriffe auf gegnerische IT-Strukturen zum Spektrum der Kriegsführung gehören. Allerdings wird davon ausgegangen, dass dies der Fall ist. Da die JFCCNW wie Stratcom eine gemeinschaftliche Einheit ist, nehmen Militärexperten an, dass sich die Mitglieder dieser Einheit aus Personal von CIA, FBI, NSA, den Waffengattungen, einigen Zivilisten und eventuell auch Militärvertretern alliierter Nationen zusammen setzen.

Details über diese Einheit, die Zahl ihrer Mitarbeiter oder ihren Etat sind kaum zu erfahren. Im Rahmen der Anhörung vor der Senatskommission wurde auf Nachfrage lediglich zugestanden, dass die JFCCNW auch für offensive Aufgaben gerüstet sei. Bereits 2002 hatte ein früherer General der US-Luftwaffe auf einem Veteranentreffen verkündet, man verwende mehr Zeit und Ressourcen auf offensive Techniken als auf die Verteidigung, da die militärische Führungsebene ein starkes Interesse daran habe.

Fasst man diese Aussage mit den weniger geheim gehaltenen Aufwendungen zum Schutz der eigenen Netzwerke zusammen, kann man auf die erheblichen Mittel schließen, die für den "Cyberwar" zur Verfügung stehen dürften. Zum Beispiel kann die "Joint Task Force - Global Network Operations" (JTF-GNO) von Stratcom auf einen Jahresetat von 40 Millionen Dollar zugreifen.

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