114136

Administrator stiehlt über 20.000 Computerteile

06.10.2008 | 15:31 Uhr |

Statt Daten klaute ein Admin des US Naval Research Laboratory lieber etwas Handfesteres: Fast 20.000 Computerteile ließ er unerlaubt mitgehen.

Victor Papagno bekannte sich am Mittwoch vergangener Woche vor einem Gericht schuldig, dem US-Militär IT-Equipment im Wert von rund 120.000 US-Dollar entwendet zu haben. Der frühere Systemadministrator des US Naval Research Laboratory in Washington gestand, im Zeitraum von 1997 bis August 2007 Computer und Komponenten geklaut zu haben. Unter dem Diebesgut befanden sich mehr als 100 Rechner, fast 7000 Speichermedien, über 80 Monitore und zahllose andere Gegenstände wie Notebooks, Drucker und Software.

Hauptsächlich soll sich Papagno an Hardware gehalten haben, die ausgemustert werden sollte, aber auch einige neuere Computerteile wanderten zu ihm nach Hause. Das meiste Equipment nutzte der 40-Jährige selbst oder verschenkte es an Freunde und Familie, einige Teile verkaufte er auch. Sichergestellt wurde das Diebesgut bei einer Hausdurchsuchung im August 2007. Der Fall wird im Dezember vor dem Bezirksgericht von Columbia verhandelt. Papagno drohen bis zu zwei Jahre Haft und die Zahlung einer Schadensersatzsumme in Höhe von 250.000 US-Dollar.

Papagnos Fall ist insofern ungewöhnlich, als dass er sich auf das Klauen von Hardware verlegt hat. Systemadministratoren nutzen ihre Position in der Regel eher für den Diebstahl vertraulicher Daten oder für Netzwerksabotage. Vor knapp einem Monat beispielsweise wurde ein früherer Intel -Mitarbeiter der Industriespionage angeklagt. Er hatte eine Woche vor Ablauf seines Arbeitsverhältnisses bei Intel einen neuen Job bei AMD angetreten. Während dieser Zeit nutzte er seinen Zugang zum Intel-Netzwerk, um Betriebsgeheimnisse zu stehlen. Im Juli wurde ein Datenbankadministrator zu fast fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte gestanden, während seiner Zeit beim Scheck-Dienstleister Certegy Check Services die persönlichen Daten von 8,5 Millionen Kunden gestohlen und verkauft zu haben.

Andere nutzen ihre Computerkenntnisse, um beim Arbeitgeber größtmöglichen Schaden anzurichten. So sperrte im Juli ein frustrierter Admin den Zugang zum Weitverkehrsnetz von San Francisco, indem er neue Passwörter einrichtete und sich über Tage weigerte, diese herauszurücken. Im September 2007 gab ein Administrator von Medco Health Solutions zu, eine „logische Bombe“ im Unternehmensnetzwerk platziert zu haben, die Daten auf 70 Servern hätte vernichten können.

0 Kommentare zu diesem Artikel
114136