US-Handelsbehörde legt Spyware-Operation lahm

Freitag den 08.09.2006 um 12:31 Uhr

von Eric Bonner

Mit Unterstützung von Microsoft, Webroot Software und Google ist es der US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) gelungen, Spyware-Unternehmungen zu Fall zu bringen.
Die Federal Trade Commission ist gegen Enternet Media Inc. und Conspy & Co. Inc. vorgegangen und hat einen Vergleich erzielt.

Die in Kalifornien ansässigen Firmen verteilten Software namens Search Miracle, Miracle Search, EM Toolbar, Elitebar und Elite Toolbar. Die Methode: Über die Web-Seiten der Beklagten und ihrer Partner wurden Pop-ups ausgeliefert. In einer Variante bot das Dialog-Fenster eine Reihe von Freeware an, inklusive Musik-Titeln, Klingeltönen, Desktop-Hintergrund-Bildern und Texten zu Musikstücken. Eine andere Variante, die anzutreffen war: Dialog-Fenster warnten davor, dass der eingesetzte Browser defekt sei. Die Lösung für das vermeintliche Problem hatte das Dialog-Fenster ebenfalls gleich parat: Ein kostenlos verfügbares Update sowie Sicherheits-Patches stünden zur Verfügung.

Nutzer, die die vorgebliche Freeware oder die Sicherheitsupdates auf ihre Rechner runterluden, erhielten natürlich nicht das, was ihnen versprochen wurde. Statt dessen wurden die PCs mit Spyware verseucht, die den Umgang mit dem PC behinderten und schwierig zu deinstallieren waren, so die FTC. Die Software der Beklagten überwachte die Internet-Aktivitäten, veränderte Startseiten-Einstellungen und blendete Pop-ups ein, über die Werbung angezeigt wurde.

Dem wurde nun ein Riegel vorgeschoben. Christine Snyder, Richterin des U.S District Court for Central California, hat den Beklagten verboten, die Handhabung von PCs zu stören. Sie dürfen keinen Software-Code verteilen, der Internet-Aktivitäten überwacht, Browser-Einstellungen verändert oder auch neue Werbe-Toolbars in Browser integriert.

Den Beklagten wurde es ebenfalls dauerhaft verboten, absichtlich falsche Angaben hinsichtlich der Leistung, den Funktionen und den Kosten jeglicher Software zu machen. Dazu gehört auch, dass es ihnen untersagt ist, zu behaupten, dass es sich bei Software-Code um Browser-Upgrades oder andere Sicherheits-Software, Musik oder Klingeltöne handele.

Auf Antrag der US-Handelsbehörde hatte das Gericht die Gewinne aus den Unternehmungen bereits im Herbst letzten Jahres eingefroren und die Spyware-Operation stillgelegt. Der Vergleich zwingt die Beklagten nun immerhin dazu, zwei der durch das Spyware-Geschäft ergaunerten Millionen US-Dollar herauszurücken.

Freitag den 08.09.2006 um 12:31 Uhr

von Eric Bonner

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