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US-Gericht verwirft Teil der Klage von AMD gegen Intel

27.09.2006 | 10:54 Uhr |

Ein US-Gericht hat einen Teil der Klage von AMD gegen Intel verworfen. In dem Verfahren wirft AMD seinem Konkurrenten vor, seine marktbeherrschende Stellung zum Nachteil von AMD auszunutzen.

Nicht nur Microsoft muss sich an diversen Fronten Monopolvorwürfen erwehren, auch Intel ist einer solchen Klage ausgesetzt. Angestoßen hat das Verfahren AMD , aus dessen Sicht Intel seine marktbeherrschende Stellung zum Nachteil von AMD ausnutzt. Ein US-Gericht hat nun einen Teil der AMD-Klage zugunsten von Intel verworfen. In diesem Teil ging es um Schadenersatzzahlungen für den US-Markt. Laut AMD haben die Geschäftspraktiken von Intel auch die Verkaufszahlen von AMD-Produkten in den USA beeinflusst. Dafür forderte AMD Schadenersatz. Dieser Forderung wollte das US-Gericht nicht folgen.

Intels Forderung, diesen Teilbereich der Klage fallen zu lassen, begründete das Unternehmen vor Gericht damit, dass AMD zwar seinen Firmensitz in den USA habe, die Prozessoren jedoch in Deutschland hergestellt und in Malaysia, Singapur und China zusammengebaut werden. Zudem würde AMD bereits Schadenersatz wegen negativer Effekt auf den Verkauf von AMD-Prozessoren vor japanische Gerichten, der Europäische Kommission und der koreanischen Fair Trade Commission fordern. Intel argumentierte weiter, dass die Vorwürfe außerhalb der US-Gerichtsbarkeit fallen.

AMD wiederum argumentierte (nachvollziehbar), dass es sich beim x86-Prozessormarkt um einen weltweiten Markt handele und Intels Verstöße in anderen Ländern auch Auswirkungen auf die Geschäfte in den USA haben.

Dem wollte das Gericht jedoch nicht folgen. In der Entscheidung von Richter Joseph Farnan heißt es: "AMD konnte nicht darlegen, dass das Verhalten Intels im Ausland direkte, substantielle und absehbare Effekte in den USA gehabt hat. AMDs Vorwürfe, sehr wohlwollend für AMD betrachtet, beschreiben einen ausländischen Effekt und eine ausländische Verletzung, die Nachwirkungen auf dem inländischen Markt gehabt haben sollen, die wiederum aber keine direkten, substantiellen oder nachvollziehbaren Effekte gehabt haben." Demnach falle die Forderung AMDs auch nicht unter den Sherman Act und können von der US-Justiz nicht geahndet werden, so Richter Farnan.

AMD hatte im Juni vergangenen Jahres Intel verklagt. Dabei wird dem Unternehmen vorgeworfen, seine weltweite Monopolstellung am Prozessor-Markt durch illegale Praktiken zu verteidigen. In der Klageschrift sind 38 Unternehmen aufgeführt, die seitens Intel gezwungen worden sein sollen, Intel-Produkte anstelle von AMD-Prozessoren einzusetzen. Darunter Dell, Sony, Gateway und IBM.

Des Weiteren wirft AMD Intel vor, Fujitsu Siemens Computers einen "Spezialrabatt" auf Celeron-CPUs angeboten zu haben, wenn das Unternehmen im Gegenzug PCs auf AMD-Basis auf seiner Website versteckt und Hinweise darauf aus seinem Händlerkatalog entfernt. Zudem soll Intel laut AMD Ausstellern der 2004 Super Computer Show, die AMD-Systeme auf ihrem Stand zeigten, Geld angeboten haben, damit sie die System von ihrem Stand entfernen.

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