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US-Geheimdienst sammelt Millionen Telefondaten

06.06.2013 | 12:03 Uhr |

Eine britische Zeitung meldet, dass ein US-Gericht den Telefonanbieter Verizon dazu verdonnert hat, die Daten über Millionen von Telefonanrufen an den US-Geheimdienst NSA zu übergeben.

Die britische Zeitung "Guardian" berichtet am Donnerstag , dass sie in den Besitz eines streng geheimen Urteils eines US-Gerichts gelangt ist. In dem Urteil wird der Telefonanbieter Verizon dazu verurteilt, kontinuierlich Millionen von täglich anfallenden Telefondaten seiner Nutzer an den US-Geheimdienst National Security Agencs (NSA) weiterzuleiten. Die Zeitung hat das brisante Dokument ebenfalls hier im Web veröffentlicht .

Laut dem Urteil des geheimen Foreigen Intelligence Surveillance Court (FISC) sind alle anfallenden Telefondaten auszuhändigen, unabhängig davon, ob die Telefongespräche innerhalb der USA oder nach außen geführt werden. Brisant ist der Veröffentlichung des Urteils auch deshalb, weil damit belegt wird, dass auch unter der Obama-Regierung die Telefondaten von Millionen von US-Bürgern gesammelt werden, unabhängig davon, ob sie im Verdacht einer Straftat stehen oder nicht. Zu den Daten, die an den Geheimdienst übergeben werden sollen, gehören die Telefonnummern der Gesprächspartner, deren Standorte und die Gesprächsdauer.

Auf Nachfrage wollten sich weder die NSA noch das Weiße Haus oder das US-Justizministerium gegenüber der britischen Zeitung zu dem Thema äußern. Auch Verizon habe jeden Kommentar abgelehnt.

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