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US-Geheimdienst NSA leidet unter Stromproblemen

08.10.2013 | 09:27 Uhr |

Wer viele Daten sammelt, braucht ein riesiges Datenzentrum. So eines, wie es der US-Geheimdienst NSA derzeit baut. Doch die Schlapphüte erleben bei dem Bau eine Panne nach der anderen, die Fertigstellung verzögerte sich um mindestens ein Jahr.

Der US-Geheimdienst NSA, der spätestens seit der Aufdeckung seiner umfangreichen weltweiten Überwachungsprogramme durch Edward Snowden einer breiten Öffentlichkeit bekannt sein dürfte, baut im US-Bundesstaat Utah ein riesiges Datenzentrum. Das Datenzentrum liegt in dem Ort Bluffdale, rund 30 US-Meilen südlich der Mormonenstadt Salt Lake City.
 
Der Bau steht aber bis jetzt unter keinem guten Stern, Probleme mit der umfangreichen Elektrik verzögern die Fertigstellung massiv. Beobachter sprechen sogar von „chronischen elektrischen Stromstößen“, die die Einrichtung zerstört hätten und die Inbetriebnahme des Datenzentrums um ein Jahr verzögert hätten. Insgesamt habe es zehn Zusammenbrüche in den letzten 13 Monaten gegeben. Diese hätten elektronische Einrichtungsgegenstände im Wert von mehreren 100.000 Dollar vernichtet, wie das Wall Street Journal berichtet.
 
Das besagte Datenzentrum soll der neue Hauptdatenspeicher der NSA werden. Hier werden dann alle Daten gespeichert, die die NSA rund um den Globus auf die unterschiedlichste Weise einsammelt. Unter anderem im Rahmen des Schnüffelprogramms Prism. Auch die Entschlüsselung und Analyse dieser Datenflut soll hier erfolgen.

Die Kosten allein für das neue Datenzentrum sollen sich bis jetzt auf 1,4 Milliarden US-Dollar belaufen. Dazu kommen dann noch die Kosten für die Anschaffung der erforderlichen Computer.

Auch der Stromverbrauch des Datenzentrums wird enorm sein, er liegt in der Größenordnung einer Kleinstadt. Allein für den Strom muss die NSA mehr als eine Million Dollar im Monat bezahlen. Der hohe Stromverbrauch wird nicht nur durch die vielen angeschlossenen Computer, sondern auch durch die umfangreiche Kühlung verursacht.

Die elektrischen Probleme hätten Explosionen verursacht und Metall schmelzen lassen. Außerdem kam es zu zahlreichen Kurzschlüssen. Ersatzstromgeneratoren seien mehrmals ausgefallen. Und die dauerhafte Zuverlässigkeit des Kühlsystems müsse erst noch ausgiebig getestet werden.

Ein NSA-Sprecher betonte dagegen, dass die Probleme nur während der Testphase aufgetreten seien und deshalb vernachlässigbar seien. Zudem plane die NSA nach wie vor noch im Laufe dieser Woche die ersten Rechner in dem neuen Datenzentrum regulär in Betrieb zu nehmen.

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