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US-Forschungsinstitut entwickelt neues Software-Lizenzmodell

21.03.2003 | 16:35 Uhr |

Das Center of Open Source and Government, ein an die George Washington University und das Cyber Security Policy & Research Institute angegliedertes US-Forschungsinstitut, hat ein neuartiges Modell der Software-Lizenzierung erdacht, das eine Brücken zwischen proprietären und Open-Source-Lizenzen schlagen könnte.

Das Center of Open Source and Government , ein an die George Washington University und das Cyber Security Policy & Research Institute angegliedertes US-Forschungsinstitut, hat ein neuartiges Modell der Software-Lizenzierung erdacht, das eine Brücken zwischen proprietären und Open-Source-Lizenzen schlagen könnte. Das Open Source Threshold Escrow Program oder kurz "O-STEP" präsentierte Director Tony Stanco auf der Konferenz "Open Standards/Open Source für National and Local E-Government Programs ins the US and EU", wie unsere Schwesterpublikation Computerwoche berichtet.

Grundsätzlich soll O-STEP es Entwicklern ermöglichen, ihre Innovationen in klingende Münze zu verwandeln; gleichzeitig sollen die Quellen der Software an die Open-Source-Gemeinde veröffentlicht werden, um zu verhindern, dass Anwender an bestimmte Hersteller gekettet sind.

Funktionieren soll das so: Ein Entwickler oder Unternehmen setzt eine Summe fest, die es mit einer neuen Software verdienen möchte oder muss. Dann wird der Quellcode des Produkts treuhänderisch hinterlegt und unter GPL oder BSD-Lizenz veröffentlicht, sobald das finanzielle Ziel erreicht ist.

Stanco findet, das dieses Modell Anbietern ein nachhaltiges Geschäftsmodell offeriert. Ein Developer oder Softwarehaus könnte die Zeit bis zur Freigabe seines Produkts nutzen, um zusätzliche Funktionalität zu entwickeln. Sobald das ursprüngliche Produkt quelloffen erscheine, könnte der Anbieter das Prozedere mit Version 2 wiederholen oder seine Erweiterungen für sich behalten.

Sicher bleiben bei dem Entwurf noch viele juristische und praktische Fragen offen - aber immerhin bringt er einige Ideen zu Papier , die in der Open-Source-Welt schon länger kursieren. Ein ähnliches Konzept ("Ransom Model") hat laut Computerwire beispielsweise auch Theoretic Solutions entwickelt.

Ob sich das O-STEP-Konzept durchsetzt, bleibt abzuwarten. Immerhin: Gesponsert wurde die Konferenz des Center of Open Source and Government unter anderem von Sun, IBM, Dell, Red Hat und Oracle.

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