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US-Forscher entwickeln künstliche Hand, die fühlen kann

14.09.2015 | 10:45 Uhr |

US-Wissenschaftler haben im Auftrag der DARPA eine Hand-Prothese entwickelt, mit der der Prothesen-Träger fast wie mit einer richtigen Hand fühlen kann.

Die DARPA ist die Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums. Sie veranstaltet zum Beispiel regelmäßig Roboter-Wettbewerbe und hat in den 1960er Jahren mit dem Arpanet den Vorläufer unseres heutigen Internets entwickeln lassen .
 
Im Auftrag der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) haben Forscher des Applied Physics Laboratory (APL) der Johns Hopkins Universität nun eine Hand-Prothese entwickelt. Diese neuartige Hand-Prothese gibt dem Träger nicht nur die Beweglichkeit und die Funktion einer Hand zurück. Sondern sie ermöglicht zusätzlich auch noch einen Tastsinn, der dem einer echten Hand weitgehend entsprechen soll. Der Prothesenträger kann also wieder etwas ertasten und erfühlen.

Der Testkandidat war ein 28 Jahre alter Mann, der wegen einer Rückenmarkverletzung seit über zehn Jahren gelähmt war. Im Experiment konnte der Patient mit der Hand-Prothese genau sagen, gegen welchen der künstlichen Finger die Wissenschaftler gedrückt haben. Natürlich ohne dass er dabei auf seine künstliche Hand schauen konnte - die Wissenschaftler hatten ihm die Augen verbunden. Der Prothesen-Träger bemerkte es sogar, wenn die Forscher gleichzeitig gegen zwei der künstlichen Finger drückten.
 
Die Wissenschaftler statteten die Hand mit einer Anzahl von druckempfindlichen Regelmotoren aus, die über Stromkabel direkt mit dem Gehirn des Menschen verbunden sind. Sobald der Mensch mit der künstlichen Hand etwas berührt, senden diese Regelmotoren elektrische Signale an das Gehirn. Der Druck wird also in Stromsignale umgewandelt. Das Ganze soll sich für den Prothesenträger tatsächlich wie ein Kontakt über Muskeln und Knochen anfühlen.

Bis zur Serienreife dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Die Sensoren decken zum Beispiel nicht die gesamte Handfläche ab. Und sie können derzeit keine Temperaturen erfassen. Doch für Menschen mit Amputationen oder Lähmungen bedeutet dieser Fortschritt bei der Prothesen-Technik eine große Hoffnung.

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