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US-Diplomaten fordern: Seid fair zu Microsoft

31.03.2006 | 11:21 Uhr |

Während die zweitätige Anhörung der EU-Kommission im Wettbewerbsfall Microsoft läuft, bekommen die Redmonder Schützenhilfe aus Kreisen der US-Regierung.

Die EU droht Microsoft bei Nichterfüllung ihrer Auflagen mit einer Geldstraße von zwei Millionen Euro pro Tag. Logisch, dass sich Microsoft mit allen Mitteln dagegen wehrt und bei der EU-Anhörung versucht, seinen Standpunkt zu verteidigen. Dabei kommen dem Unternehmen US-Diplomaten zu Hilfe.

Die Diplomaten sind sowohl bei der EU-Kommission als auch bei den Regierungen aller 25 Mitgliedsstaaten vorstellig geworden. Sie baten darum, Microsoft fair zu behandeln. Das war aus Kreisen der EU-Kommission zu erfahren.

Zwischen der EU-Kommission und Microsoft hatte sich in den letzten Wochen und Monaten der Ton zunehmend verschärft. Während Microsoft der EU-Kommission vorwarf, dass diese Microsoft eine vernünftige Verteidigung überhaupt nicht ermögliche und stattdessen mit Konkurrenten der Redmonder Software-Schmiede zusammenarbeite, klagte die EU, dass die von Microsoft vorgelegten Unterlagen nicht ausreichend seien, dass Microsoft nicht die EU-Auflagen erfülle und sich das Unternehmen insgesamt nicht genügend bewege. Microsoft würde die derzeit laufende Anhörung nur als PR-Gag missbrauchen, lautet ein weiterer Vorwurf aus Brüssel.

Ein namentlich nicht genannter US-Beamter äußerte in einer internen Mitteilung seine Sorge darüber, wie Microsoft in dem Verfahren behandelt würde. Dieses Memo ging dann an die Kommission und an die EU-Botschafter. Zudem wurden US-Diplomaten persönlich bei einigen Mitgliedern der EU-Kommission vorstellig. Auch der deutsche EU-Kommissar für Industrie- und Unternehmenspolitik und Kommissions-Vizepräsident Günter Verheugen bekam Besuch aus den USA.

Ein US-Diplomat wollte das aber nicht so verstanden wissen, als ob die US-Regierung jetzt Microsoft direkt zu Hilfe käme. Man wolle nur sicher gehen, dass alles korrekt ablaufe, erklärte der Beamter stattdessen.

Microsoft-Anhörung in Brüssel hat begonnen (30.03.2006)

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