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US-Betreiber von Piraterie-Site bekennt sich schuldig

15.12.2005 | 12:09 Uhr |

In dem laut den Ermittlungsbehörden bislang größten Fall von kommerzieller Software-Piraterie drohen dem Angeklagten 10 Jahre Haft, 500.000 Dollar Geldstrafe und 5,4 Millionen Dollar Schadenersatz.

In den USA läuft derzeit ein Prozess, dessen möglichen Strafen die höchsten sein könnten, die bislang in Zusammenhang mit Software-Piraterie ausgesprochen wurden. Angeklagt ist ein 26-jähriger US-Bürger aus Kalifornien, dem vorgeworfen wird, die Website "ibackups.net" betrieben zu haben. Jetzt hat sich der Mann in zwei Fällen der Urheberrechtsverletzung schuldig bekannt.

Bei einer Verurteilung drohen dem Mann maximal zehn Jahre Haft, 500.000 Dollar Geldstrafe sowie zusätzlich Schadenersatzforderungen in Höhe von 5,4 Millionen Dollar. Das Urteil soll am 14. April 2006 verkündet werden.

Über die Piraterie-Site wurde kopierte Software - unter anderem von Adobe, Mcromedia, Microsoft oder Symantec - weit unter Ladenpreis angeboten. Laut der Software & Information Industry Association (SIIA) versicherte der Betreiber interessierten Anwendern, dass es sich dabei um völlig legale "Backup Software" handeln würde, um sich für den Fall eines Systemausfalls zu wappnen. Angaben des Departement of Justice (DOJ) zufolge soll der angerichtete Schaden zirka 20 Millionen Dollar betragen haben. Die Seite war im Jahr 2003 an den Start gegangen und im Februar dieses Jahres vom FBI und dem DOJ geschlossen worden.

Die Einkünfte aus dem illegalen Handel nutzte der Angeklagte, um sich einen ausschweifenden Lebenswandel zu finanzieren. So leistete er sich laut DOJ mehrere Häuser, Autos und ein Boot. Zu den sicher gestellen PKW gehörten unter anderem ein restaurierter 1949er Mercury Coupe für rund 44.000 Dollar, ein 2005er Dodge Ram, eine 2003er Chevrolet Corvette, ein 2004er Toyota Camry, ein 2005er Toyota Corolla und ein 2006er Mercedes-Benz S-Klasse im Wert von 125.000 Dollar.

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