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US-Army setzt auf Videospiele

22.07.2007 | 14:49 Uhr |

Unbewegliche Zielscheiben haben längst ausgedient. Die US-Armee nutzt für die Ausbildung ihrer Soldaten immer häufiger Computersimulationen, die den Umgang mit schweren Waffen und Maschinen erleichtern sollen.

US-Soldaten müssen schon lange nicht mehr auf Pappfiguren und andere unbewegliche Zielscheiben feuern. Stattdessen kommen projizierte Avatare zum Einsatz, die sich schnell bewegen und realistisch agieren können. Auch beim Training für schwere Waffen und Maschinen setzt die amerikanische Armee auf Computersimulationen und lässt wichtige Handgriffe als Videospiel am Bildschirm einüben: "Wir verwenden auch in Österreich Simulatoren, aber keine Videospiele. Die Grenze ist aber zugegebenermaßen immer schwieriger zu ziehen.", äußert sich das Österreichische Bundesheer .

Das Training mit Videospielen sei jedoch sehr realistisch und einfach einzusetzen, da die notwendigen Programme auf normalen Computern lauffähig seien und zudem schnell und günstig entwickelt werden können. Trotzdem musste die US-Regierung bereits elf Milliarden Dollar in das Training mit Videospielen investieren: „Durch Simulationen wird man ein besserer Soldat", erklärt Sergeant Tommy Riemann, Mitarbeiter des Entwicklungsteams. Zwar sei ein reales Feuergefecht nützlicher für die Rekruten, doch aufgrund der Kosten wären derartige Trainings an schweren Waffen nur ein- bis zweimal im Jahr möglich.

Die Simulationen ermöglichen es den Soldaten hingegen, sich zu Fuß oder als Teil eines Konvois, frei durch Kampfgebiete zu bewegen. Die Ausbilder können die dort ausgeführten Handlungen im Playback anschließend analysieren. Als Grundlage des Programms dient noch immer dieselbe Technologie, die schon bei der ersten Simulation in den frühen 80er Jahren zum Einsatz kam. Neue Hardware ermögliche es jedoch, die Kampfgebiete in Afghanistan oder der Irak lebensecht nachzubilden. Mit den vom US-Militär produzierten Ego-Shootern wolle man weiterhin junge Menschen für die Armee begeistern. Eine Taktik, die beim österreichischen Bundesheer nur wenig Zuspruch finden: „Mit Speck fängt man Mäuse, und hier geht es den Verantwortlichen darum, junge Menschen für den Kampfeinsatz zu ködern.".

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