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US-Armee testet Kampf-Roboter mit Maschinengewehren

11.10.2013 | 11:57 Uhr |

Die US-Armee testet derzeit Kampfroboter, die selbstständig in die Schlacht rollen und ihre Gegner töten. Bei einer Vorführung feuerte ein solcher Roboter mit einem Maschinengewehr auf Ziele.

An Flugdrohnen, die aus einer Entfernung von Tausenden Kilometern gesteuert werden und zielsicher ihre tödlichen Raketen abfeuern, hat man sich mittlerweile fast schon „gewöhnt“. Doch beim Kampf auf dem Boden kommen bisher nur selten Roboter zum Einsatz. Und falls doch, dann nur zu Aufklärungs- und Transportzwecken beziehungsweise zur Minenentschärfung . So ein Packbot ist sogar schon im Irak-Krieg "gefallen" und auch in Afghanistan setzt die US-Armee Packbots ein.

Diese Beschränkungen von Robotern Transport- oder Erkundungsaufgaben könnte aber bald fallen. Denn die US-Armee erprobt bereits Kampfroboter.

Bei einem mehrtägigen Event in Fort Benning im US-Bundesstaat Georgia stellten in dieser Woche verschiedene Firmen ihre aktuellen Robotermodelle vor. Der Höhepunkt der Vorführung war am gestrigen Donnerstag: Da veranstalteten die Roboter von Northrop Grumman, 5D Robotics, HDT Robotics, iRobot, QinetiQ und Lockheed Martin eine Vergleichsschießen mit Maschinengewehren mit automatischer Munitionsnachführung. Unter den Augen von erfahrenen Armee-Offizieren.
 
Ein derartiger Kampfroboter des Herstellers HDT Robotics feuert mit einem M240-Maschinengewehr auf ein 150 Meter entferntes Ziel. Neben der Schieß-Vorführung bewiesen die Kampf-Roboter auch ihre Manövrierfähig in schwierigem Gelände sowie auf bewaldetem Terrain. Außerdem mussten sie Lasten transportieren und sich vor allem selbstständig bewegen.

Ein Roboter von Hersteller HDT Robotics feuert MG-Salven auf 150 Meter entfernte Ziele. Der Roboter wurde aus Sicherheitsgründen angekettet.
Vergrößern Ein Roboter von Hersteller HDT Robotics feuert MG-Salven auf 150 Meter entfernte Ziele. Der Roboter wurde aus Sicherheitsgründen angekettet.
© Sharon Gaudin

 
Der Roboter-Schieß-Wettbewerb dient dazu der US Armee zu zeigen, was derzeit bereits technisch möglich ist in Sachen Kampfroboter. Zwar testen die Amerikaner schon länger bewaffnete Roboter, setzen diese aber noch nicht im Kampf ein. Letztendlich sollen die sich autonom bewegenden Kampf-Roboter aber Leben retten – das der eigenen Soldaten nämlich. Indem sie an deren Stelle kämpfen oder die Soldaten aus Fleisch und Blut zumindest im Kampf unterstützen.
 
Bevor die Kampf-Roboter aber tatsächlich in die Schlacht geschickt werden, müssen die Hersteller noch einige Probleme lösen. Neben der maximalen Beweglichkeit in schwierigem Gelände ist es für die US-Armee vor allem wichtig, dass die Roboter nicht so leicht in feindliche Hände fallen und ihnen vom Feind die Waffen abgenommen werden können.
 
Einer der anwesenden Experten sagte, dass er davon ausgehe, dass bereits in zehn Jahren in der US-Armee zehn Roboter auf einen Soldaten kämen.

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