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US-Armee übt Abwehr von Multicopter-Schwärmen

02.11.2015 | 12:00 Uhr |

Sind Schwärme von Multicopter für Angriffe im Kampfeinsatz geeignet? Das hat die US-Armee nun in einer Übung getestet.

Handelsübliche Quad- und Octocopter kosten nur einen Bruchteil dessen, was die Drohnen kosten, die das Militär einsetzt. Für wenige hundert Euro sind diese Drohnen erhältlich, während die Militär-Drohnen gleich mehrere hunderttausend Euro und aufwärts kosten. Doch sind diese Drohnen für Normalanwender auch im Kampf einsetzbar? Das hat die US-Armee nun in einer großen Übung getestet, die - wie jetzt erst bekannt wurde - bereits Anfang September in der Wüste von New Mexiko stattfand. Dabei soll es sich um die ersten Tests der US-Armee mit solchen Drohnen-Schwärmen gehandelt haben.

In den Tests ging es darum, herauszufinden, wie ein vom Feind genutzter Drohnen-Schwarm wirkungsvoll bekämpft werden kann. In der Übung flogen gleich mehrere Quad- und Octocopter über die Stellungen der eigenen Truppen. Ziel der Feinde könnte es beispielsweise sein, über die Kameras die Position der Truppen auszuspähen oder die Funk- und Radarsignale zu stören.

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Durch die Übung sei laut eines US-Armee-Sprechers bewiesen worden, dass ein Feind die Consumer-Drohnen wirkungsvoll für die Aufklärung und zur Ablenkung einsetzen könnte. Von einer Drohne allein ginge dabei kaum Gefahr aus. Sie könnte mit einem gezielten Schuss außer Gefecht gesetzt werden. Problematischer sei ein ganzer Schwarm von Drohnen, die zeitgleich über einem Kampfgebiet eingesetzt werden. Die Drohnen seien günstig und könnten  - im Gegensatz zu militärischen Drohnen - ohne Training eingesetzt werden. Der Verlust einer oder mehrerer solcher Drohnen sei für den Feind leicht verschmerzbar. Ein ganzer Schwarm solcher Drohnen könnte die angegriffenen Einheiten aber vor ernste Probleme stellen, weil die Drohnen die Angreifer über die Position der Kämpfer informieren und aufgrund ihrer Menge und ihrer Geschwindigkeit nur schwer abzuwehren sind.

In einer weiteren Übung testete die US-Armee die Möglichkeit, selbst einen Drohnen-Schwarm einzusetzen und wie dabei die Consumer-Drohnen modifiziert werden müssten. Getestet wurde dabei, wie die Flugzeit der Drohnen verlängert werden kann. Oder ob es Vorteile bringt, die Kameras der Drohnen durch Nachtsicht-Kameras zu ersetzen. Ebenfalls getestet wurde, wie die Drohnen umgebaut werden müssen, um auch Mini-Bomben tragen und abwerfen zu können.

Die Tests, so der Militär-Sprecher, hätten gezeigt, dass die Notwendigkeit bestehe, solche Flugdrohnen entdecken und abwehren zu können.

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