2092648

US-Armee lässt Hoverbikes für Soldaten entwickeln

23.06.2015 | 13:02 Uhr |

Fliegen bald Soldaten auf Motorrad-ähnlichen Drohnen übers Schlachtfeld? Die US-Armee lässt ein Hoverbike entwickeln, das genau diese Vision à la Krieg der Sterne – die Rückkehr der Jedi-Ritter umsetzen soll.

Das britische Unternehmen Malloy Aeronautics entwickelt zusammen mit dem US-amerikanischen Unternehmen SURVICE Engineering im US-Bundesstaat Maryland einen Quadcopter namens Hoverbike für die US-Armee, wie das Unternehmen jetzt mitgeteilt hat. Dabei handelt es sich um ein Fluggerät, das sich ähnlich wie eine Flugdrohne fortbewegt, auf dem aber ein Mensch sitzen kann. Die US-Militärs sprechen in diesem Zusammenhang von einem Tactical Reconnaissance Vehicle (TRV).

Technisch gesehen handelt es sich beim Hoverbike um einen Quadcopter mit Carbonrahmen.
Vergrößern Technisch gesehen handelt es sich beim Hoverbike um einen Quadcopter mit Carbonrahmen.
© Malloy Aeronautics

Auf den ersten Blick sieht das Hoverbike aus der seitlichen Perspektive wie ein fliegendes Motorrad aus. US-Soldaten sollen damit Aufklärungsflüge oder Transportflüge erledigen. Oder in Not geratene Kameraden retten. Zwar äußert sich der Hersteller nicht dazu, aber natürlich kann man sich auch eine Bordkanone oder ein Maschinengewehr auf dem Hoverbike vorstellen, mit dem der Hoverbike-Pilot dann Ziele auf dem Boden beschießt.

Laserkanone vernichtet Auto aus 1,6 Kilometer Entfernung

Das Hoverbike für die US-Armee ist keine völlige Neuentwicklung. Bereits seit längerer Zeit bastelt Malloy Aeronautics an einem Hoverbike. Allerdings in einer deutlich kleineren Version, mit dem man sich zum Beispiel ein Getränk servieren oder eine Pizza nach Hause vor den Fernseher bringen lassen kann. Für diese kleinere Version des Hoverbikes hatte der Hersteller seinerzeit ein Kickstarter-Projekt initiiert. Doch aus dem „Spielzeug“ soll bald ein ernsthaftes Fortbewegungsmittel werden, auf dem ein Mensch - genauer gesagt: Ein Soldat – sitzt.

Denn das US-Verteidigungsministerium hat das Potenzial eines Hoverbikes für seine Zwecke erkannt. Ein Hoverbike ist beweglicher und in der Herstellung und im Unterhalt günstiger als ein Helikopter, lässt sich aber ähnlich verwenden. Die Rotoren des Hoverbikes sind zudem umrandet von einer Schutzeinfassung, so dass sie niemanden verletzten und nicht so leicht beschädigt werden können. Damit kann ein Soldat auf dem Hoverbike auf engstem Raum manövrieren, beispielsweise im Wald oder auf einem Schlachtfeld. Zudem lässt sich das Hoverbike zusammen klappen und dann leicht transportieren.

Video: Neuer Rekord im Hoverboard-Flug aufgestellt

Alternativ zu dem Piloten, der ähnlich wie auf einem Motorrad auf dem Hoverbike sitzt, soll man das Fluggerät auch fernsteuern können beziehungsweise es soll selbstständig eine vorgegebene Route abfliegen und zum Ausgangspunkt zurückkehren können. Außerdem will der Hersteller eine Version mit einer humanoiden Figur darauf bauen, an der eine Kopfkamera befestigt ist.

Jetzt müssen die beiden Unternehmen erst einmal einen voll funktionsfähigen Prototypen in Originalgröße entwickeln. Davon will das US-Verteidigungsministerium dann weitere an seine besonderen Bedürfnisse angepasste Prototypen ableiten lassen.
 

0 Kommentare zu diesem Artikel
2092648