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US-Amerikaner fürchten um ihre Privatsphäre

17.10.2006 | 17:21 Uhr |

Die Privatsphäre geht immer mehr verloren. Regierung und Unternehmen schützen nicht ausreichend private Daten. Und einige Menschen würden sich einen Chip unter die Haut implantieren lassen. Das sind grob zusammengefasst die wesentlichen Ergebnisse einer Umfrage unter US-Amerikanern.

Eine Umfrage, die der amerikanische Nachrichtenkanal MSNBC im letzten Monat mit 6500 Nutzern von msnbc.com durchführte, brachte Interessantes zu Tage.

Die Mehrheit der Befragten, nämlich 88 Prozent, traut in Sachen Datenschutz und Schutz der Privatsphäre weder ihrer Regierung noch irgendwelchen Institutionen oder privaten Vereinigungen über den Weg. Das hält viele der Befragten aber nicht davon ab, trotzdem Informationen über sich heraus zu rücken: 40 Prozent der Umfrageteilnehmer würden freiwillig ihren Fingerabdruck auf dem örtlichen Polizeirevier hinterlassen. 60 Prozent sprachen sich für einen Führerschein mit integriertem Chip und biometrischen Daten aus.

20 Prozent wären sogar bereit, sich einen Chip unter die Haut einpflanzen zu lassen, wenn sie sich mit dem Chip ausweisen könnten und wenn sich auf dem Chip alle medizinischen Daten samt der Krankengeschichte befänden.

"Wie gut steht es um den Datenschutz und dem Schutz der Privatsphäre in den USA?" war eine andere Frage.

Sieben Prozent sehen diesbezüglich keine Probleme. Zwölf Prozent sehen ihre Privatsphäre zwar allmählich schwinden beziehungsweise halten sie für ein Relikt vergangener Zeiten, können damit aber leben. 80 Prozent sind dagegen sauer, weil sie immer mehr zu gläsernen Menschen werden.

Mails sind privat und sollen es auch bleiben. Das meint die deutliche Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass die Antwort auf ein und dieselbe Frage unterschiedlich ausfallen kann, abhängig vom Kontext in dem die Frage steht und abhängig davon, wie sie genau formuliert ist. So lehnen es 78 Prozent aller Befragten empört ab, dass staatliche Stellen private Mails lesen dürfen. Als die gleiche Frage aber anders gestellt wurde ("darf der Staat Mails lesen und Telefone abhören, um Terroristen auf die Spur zu kommen"), waren immerhin 33 Prozent der Befragten einverstanden.

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