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Femtocell: Eigene UMTS-Funkzellen für günstige Datendienste

12.02.2008 | 12:06 Uhr |

Eine neue Technologie sorgt auf dem derzeit in Barcelona stattfindenden Mobile World Congress für Aufsehen, mit der UMTS-Funkmodule vorhandene Firmen-Netzwerke erweitern.

Mit Femtocell stellen Unternehmen eigene UMTS-Zugangspunkte als Internet-Access-Points bereit, über die Daten gesendet und empfangen werden können. Unternehmen wie Motorola oder Netgear stellen auf der Fachmesse für Telekommunikation bereits passende Produkte für diese Technologie vor. Femto-Zellen versorgen beispielsweise durch mehrere Access-Points Gebäude optimal mit UMTS-Diensten. Zudem sind Datendienste innerhalb der eigenen Funkzelle günstiger, und die Mobilfunknetze werden entlastet. So hat Netgear in Kooperation mit dem Femtocell-Spezialisten Ubiquisys den Voice Gateway "DVG834GH" entwickelt und nun der Öffentlichkeit präsentiert. Das Produkt ist laut Hersteller weltweit die erste Komplettlösung, die ein Gateway mit ADSL2+-Modem, Router, 10/100 LAN-Switch, 802.11g WLAN Access Point, VoIP, Double Firewall und der UMTS Femtocell-Technologie kombiniert. Der sofort betriebsbereite UMTS-Access-Point greift auf die Breitbandverbindung des Mobilfunkproviders zurück, um Daten und Anrufe über standardbasierte Schnittstellen in das Netzwerk zu transportieren, so das Unternehmen.

Motorola hat mit dem "8000 Motorola Femtocell Access Point" ebenfalls ein entsprechendes Produkt im Messegepäck. Das Gerät kann in eine bereits bestehende Netzwerkumgebung integriert werden und baut eine eigene, kleine Zelle mit UMTS-Versorgung auf. Mithilfe der Femtocell-Technik ist Netzwerkbetreibern die zuverlässige Bereitstellung kabelgebundener sowie drahtloser Breitband-Verbindungen für konvergierte Heimnetzwerke möglich, sind sich die Hersteller von Femtocell-Produkten einig.

"In den freien Handel werden die Geräte vorerst jedoch nicht kommen", erläutert Karsten Kunert, Sprecher von Netgear Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Die Lösungen richten sich an ISPs und Mobilfunkbetreiber, die mithilfe der Technologie neue Services anbieten können. Analysten prophezeien der Technologie in jede Fall bereits jetzt eine große Zukunft. Bis 2012 sollen 36 Millionen Geräte verkauft werden, heißt es von Seiten des Marktforschers ABI Research.

Derzeit beschränken sich Mobilfunker jedoch noch auf Testbetriebe. So hat Vodafone kürzlich Trails gestartet, um grundlegende Aspekte der Technik unter die Lupe zu nehmen, wie Marion Stolzenwald, Sprecherin von Vodafone Deutschland, gegenüber pressetext erklärte. "Wir beobachten diese Tests und warten die Ergebnisse ab. Derzeit gibt es noch keine Entscheidungen", so Stolzenwald. "Es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis die Technologie den Markt erreichen wird", ist Kunert überzeugt. Die Mobilfunker hätten mittlerweile alle entsprechende Femtocell-Pläne in der Schublade. "Sobald einer damit anfängt, wird der Rest mit entsprechenden Angeboten nachziehen", so Kunert abschließend gegenüber pressetext. (pte)

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