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Gewinneinbruch wegen hoher Subventionen befürchtet

11.06.2008 | 11:10 Uhr |

Infolge der subventionierten Folgegeneration des iPhones befürchten Exklusivprovider Nachteile.

Kaum ist das neue iPhone mit UMTS und attraktiven Business-Features angekündigt worden, gibt es schon Ärger. AT&T , Exklusivprovider für das Apple iPhone, erwartet 2008 und 2009 Gewinnbelastungen je Aktie zwischen zehn und zwölf Cent. Hochgerechnet auf alle sechs Mrd. AT&T-Papiere ergibt sich ein Subventionsbetrag zwischen 600 und 720 Mio. Dollar. Angesichts dieser Summen gehen Analysten davon aus, dass es AT&T wahrscheinlich nicht schaffen werde, das bis 2009 gesetzte zweistellige Gewinnwachstum aufrechtzuerhalten. "Die Investitionszahlen sind selbst für ein Schlachtschiff wie AT&T, das 310.000 Mitarbeiter beschäftigt, kein Pappenstil", sagt Erste-Bank-Analyst Ronald-Peter Stöferle. Laut dem Experten sei eine Subventionierung "in diesem Ausmaß nur wenig nachvollziehbar". Schließlich bewege man sich mit dem AT&T-Aktienkurs bereits seit Anfang 2007 nur noch seitwärts.

Nach Bekanntgabe der eher verhaltenen Gewinnprognosen rutschte das AT&T-Papier nach unten ab und ging mit einem Abschlag von 1,7 Prozent aus dem Handel. Auch die Apple-Aktie verlor zwei Prozent an Wert. Wie AT&T zudem bekannt gab, rechne man angesichts der preisbedingt größeren Kundenbasis und daraus resultierender Umsatzsteigerungen mit iPhone-Nutzern ab 2010 wieder mit einem positiven Gewinneffekt. Geplant ist, das neue UMTS-iPhone mit acht Gigabyte Speicher in den USA für 199 Dollar zu verkaufen. Die Version mit der doppelten Speicherkapazität soll für 299 Dollar über die Ladentische gehen. "Obwohl sich das iPhone inzwischen relativ schnell freischalten lässt, kann man durch den stark subventionierten Preis sicherlich neue Kundensegmente hinzugewinnen", so Stöferle.

Aus den Erfahrungen mit dem iPhone der ersten Generation und im Durchschnitt anfallender Gebühren für den Besitzer zwischen 95 und 112 Dollar pro Monat hofft AT&T, wegen der UMTS-Features höhere Gewinne bei Datendiensten erzielen zu können. Mobilfunkbetreiber hatten Apple seit der Einführung des iPhones Ende 2007 gedrängt, auf die Umsatzbeteiligung von geschätzten 25 Prozent zu verzichten. Als Begründung führten Unternehmen wie AT&T vor allem die entstehenden Kosten an, wenn diese das neue iPhone zu subventionierten Preisen anbieten. Branchenfachleute sehen den Verzicht Apples auf die Umsatzbeteiligungen sowohl zugunsten Apples als auch der Mobilfunkanbieter. Schließlich sollen die Absatzzahlen des Lifestyle-Handys schneller ansteigen, wodurch das iPhone zur Massenapplikation avancieren könnte.

Die Vorhaben Apples sind hoch. So will man noch im laufenden Geschäftsjahr zehn Mio. iPhones verkaufen. Im Vergleich dazu vermeldete das Unternehmen für das erste Quartal nur 1,7 Mio. Verkäufe. Da der Technologiekonzern jedoch die Anzahl seiner Vertriebspartner von vier auf mittlerweile 13 erhöht hat, sehen Analysten dieses Ziel als durchaus erreichbar. In Deutschland, Österreich und den Niederlanden will T-Mobile bzw. Orange (One) das UMTS-iPhone am 11. Juli auf den Markt bringen. Wegen der technischen Überarbeitung soll das Gerät auch in Kroatien, Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei erhältlich sein, so die Deutsche Telekom. Apple hingegen plant der Devise "Dollar gleich Euro" nach, das neue iPhone in keinem Land für weniger als 199 Dollar/Euro zu verkaufen. (pte/jp)

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