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Eco fordert Breitband in allen Varianten

24.11.2008 | 13:29 Uhr |

Der eco Verband spricht sich bei der Breitbandversorgung in der Bundesrepublik Deutschland für die Technologie-Vielfalt aus. In diesem Zusammenhang betont der eco die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung von schnellen Internetverbindungen. Kritik übt der eco an der Bundesnetzagentur wegen deren Vergabepolitik im Zusammenhang mit der WiMAX-Technologie.

"Viele warten immer noch auf das Allheilmittel, obwohl längst feststeht, dass eine Technologie alleine niemals die flächendeckende Versorgung sicherstellen kann. Mit UMTS, WiMAX, DSL, Kabel und künftig auch LTE stehen verschiedene Lösungen bereit, die den unterschiedlichen Anforderungen absolut gerecht werden könnten", sagte eco-Geschäftsführer Harald A. Summa anlässlich der 4. Jahrestagung "Broadband Wireless Access" der Schweizer Vereon AG in Bonn. Anlass zur Sorge böten allerdings nach wie vor die großen Lücken in der Breitbandversorgung. Laut Angaben des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sind in der Bundesrepublik drei Millionen Haushalte unterversorgt. Viele Standorte sind für Unternehmen uninteressant. "Es geht längst nicht mehr darum, dass einige nicht wie gewünscht im Netz surfen können. Der Breitbandversorgung kommt mittlerweile eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung zu."

So könne das Problem, dass beispielsweise ein Kfz-Zulieferer einem Automobilkonzern via Internet keine Pläne schicken kann, ihn den Auftrag und viele Mitarbeiter den Arbeitsplatz kosten. Gemeinden, aus denen Unternehmen abwandern, müssen hohe Verluste wegen fehlender Gewerbesteuereinnahmen hinnehmen.

Kritik muss sich die Bundesnetzagentur mit ihrer Vergabepolitik im Zusammenhang mit der WiMAX-Technologie gefallen lassen. "Die Versteigerung der Frequenzen liegt beinahe zwei Jahre zurück und mittlerweile steht fest, dass die Lizenzinhaber ihrer Ausbauverpflichtung bis 2009 nicht werden nachkommen können. WiMAX droht zum Flop zu werden, obwohl einige kleinere Anbieter gerade in den ländlichen Regionen die Technologie bereitstellen könnten." Um die Restfrequenzen aus dem Jahr 2006 können sich Unternehmen seit Juni dieses Jahres bewerben, bisher ist aber nicht ein Antrag eingegangen. "Das Interesse an den Frequenzen ist gering, zumal ein Ausbau im 3,5 GHtz-Bereich für die Netzbetreiber nicht wirtschaftlich ist", so Harald A. Summa. Die Anbindung zu günstigen Preisen wäre für die Anbieter ein Verlustgeschäft."

Eine bisher kaum bekannte Alternative ist die Versorgung über das UHF-Band. 15 bis 20 Prozent des Spektrums reichen für das Fernsehen aus. Die restlichen 80 Prozent, in Branchenkreisen als "digitale Dividende" bezeichnet, könnten demnach anders genutzt werden. In Städten könnte schon in naher Zukunft das Konzept der "Smart City" auf Basis von Wireless-Verbindungen Realität werden, über die Gebäude, Maschinen und Fahrzeuge miteinander kommunizieren. Einer der wichtigsten Anwendungsbereiche könnte in diesem Zusammenhang die Energieversorgung werden. So soll "Smart Metering" in den nächsten Jahren die Strommessung bedeutend verändern. Die Politik hat bereits ein "Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas" auf den Weg gebracht. Es steht zu erwarten, dass die rund 86 Millionen Verbrauchszähler in Deutschland Schritt für Schritt durch mit dem Internet verbundene "intelligente Zähler" ersetzt werden.

Hintergrund: eco ist seit über zehn Jahren der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland. Er umfasst mehr als 400 Unternehmen mit zusammen über 250.000 Mitarbeitern und erwirtschaften eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von zirka 45 Milliarden Euro jährlich.

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