137064

UMTS: Das Warten auf den Durchbruch

Bundesfinanzminister Hans Eichel könnte in diesen Zeiten einen solch warmen Regen gut gebrauchen: Mehr als 50 Milliarden Euro kamen damals zusammen, als ein halbes Dutzend Mobilfunkkonzerne in einer spektakulären Auktion um die begehrten UMTS-Lizenzen buhlten. Angetrieben von der Euphorie des Mobilfunks der Zukunft schien die Spendierfreude der Bieter keine Grenzen zu kennen. UMTS galt schließlich als Goldesel, der den Unternehmen rasch die horrenden Ausgaben wieder einspielen würde.

Fünf Jahre sind am kommenden Sonntag (31. Juli) seit den Auktionstagen im August 2000 in der Zweigstelle der damaligen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Mainz vergangen. Doch der Durchbruch zum UMTS-Massengeschäft mit neuen vielfältigen Anwendungen aus der Welt von Multimedia und des mobilen Datenverkehrs ist immer noch nicht geschafft. Die Euphorie von damals ist längst verflogen und unter den Betreibern Realismus eingekehrt.

Dass die Mobilfunkkonzerne bei der Versteigerung derart in die Vollen gingen, war vor allem T-Mobile und Vodafone zu verdanken. Die beiden Marktführer wollten verhindern, dass sich neben den vier Anbietern weitere Unternehmen im UMTS-Geschäft tummeln. Doch das Ziel wurde verfehlt, auch zwei Neulinge ergatterten eine Lizenz, wenngleich sie später angesichts der immensen Kosten für den Netzausbau und die Anwerbung eines neuen Kundenstammes das Handtuch warfen.

Unterdessen warteten die Kunden lange auf den Startschuss. Vollmundige Ankündigungen wurden mehrfach revidiert und der UMTS- Marktstart verschoben. Betreiber, Gerätehersteller und Netzausrüster schoben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu. Aber seit einem halben Jahr werden die ersten UMTS-Dienste angeboten - mobiles TV, Surfen im Internet oder Videotelefonie lauten die Schlagworte. Doch ein Massenmarkt ist dieses Geschäft noch lange nicht.

Martin Guberleit vom Marktforschungsunternehmen Gartner gehört nicht zu den notorischen Schwarzmalern. "UMTS hat weiterhin Erfolgschancen", meint der Analyst. Tatsächlich sind die Unternehmen angesichts der Milliarden schweren Ausgaben zum Erfolg verdammt. Der große Pessimismus in der Branche, meint Guberleit, sei inzwischen verflogen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
137064