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Microsoft will Hardware limitieren

13.05.2008 | 12:08 Uhr |

Der Erfolg so genannter ULPCs (ultra-low-cost PCs), wie beispielsweise der EEE PC von Asus, eröffnet Hard- und Software-Herstellern neue Absatzkanäle. Dabei ergibt sich allerdings ein Problem: Zwar möchte man gerne mitspielen, auf der anderen Seite aber nicht die Verkaufszahlen hochpreisiger Produkte gefährden. Microsoft will dieses Problem lösen, in dem es nur dann ein billiges OS für ULPCs gibt, wenn die Hardware limitiert ist.

Immer mehr Hersteller folgen dem Beispiels von Asus und bringen - analog zum EEE PC - kleine, kostengünstige Mobilrechner auf den Markt, die grundlegende Anforderungen an einen tragbaren PC erfüllen und sich quasi als Zweitrechner etablieren sollen. Neben der Hardware benötigen die Produzenten auch Software, in erster Linie ein günstiges Betriebssystem. Hier bietet sich Linux als kostengünstige Alternative zu Windows an, was auch Microsoft erkannt hat. Das Unternehmen ist von den Erfolgsaussichten der ULPCs überzeugt und möchte das Software-Feld nicht ohne Kampf der Linux-Gemeinde überlassen. Entsprechend bietet der Konzern Rabatte für die Windows XP Home Edition an, um sie für die Hersteller attraktiver zu machen. Die Rabatte sind allerdings an Hardware-Limitierungen gebunden, wie unsere Kollegen vom IDG News berichten. Die Hardware-Vorgaben gehen dabei aus Dokumenten hervor, die Microsoft PC-Herstellern zukommen hat lassen und dem IDG News Service vorliegen.

Ziel der Hardware-Limitierung ist in erster Linie, dass ULPCs mittelfristig nicht den Markt für teurere, besser ausgestattete PCs/Notebooks beeinträchtigen. Auf diesen Rechnern läuft in der Regel Windows Vista, diesen Bereich will Microsoft auf keinen Fall gefährden. Aber auch Hardware-Hersteller haben ein Interesse daran, dass ULPCs "normale" PCs/Notebooks nicht kannibalisieren. Denn Geld wird in erster Linie mit teureren Systemen verdient, bei denen die Marge höher ist, als bei Billig-Rechnern.

Innerhalb der kommenden sechs Monate sollen bis zu 20 neue ULPCs auf den Markt kommen. Microsoft geht davon aus, dass alleine in diesem Jahr zwischen 10 und 13 Millionen ULPCs verkauft werden. Die Marktforscher von IDC sind in der Hinsicht allerdings etwas vorsichtiger. Sie rechnen im Jahr 2012 mit einem Absatzvolumen von 9 Millionen Geräten.

Laut IDG News Service plant Microsoft, die Preise für Windows XP Home für ULPCs je nachdem zu variieren, für welche Märkte der Rechner bestimmt ist. Kommt der ULPC in Ländern wir China oder Indien auf den Markt, soll eine Lizenz 26 Dollar kosten, in westlichen Ländern hingegen 32 Dollar. Werden alle Hardware-Limitierungen umgesetzt, soll für die Hersteller ein zusätzlicher Rabatt von bis zu 10 Dollar pro Lizenz drin sein.

Diese Limitierungen sehen unter anderem folgendes vor: maximal 10,2-Zoll-Display, 80-GB-Festplatte, kein Touchscreen, maximal 1 GB RAM sowie Einkern-CPU (maximal 1 GHz). Hinsichtlich der CPU gibt es aber Ausnahmen: So dürfen beispielsweise die C7-M-Prozessoren von Via zwischen 1 und 1,6 GHz laufen und auch Intels Atom N270 ist nicht an die 1-GHz-Grenze gebunden.

Asus Eee PC im PC-WELT-Test

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