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Twitter und Facebook lieferten Standortdaten an US-Behörden

12.10.2016 | 14:44 Uhr |

Über das Unternehmen Geofeedia konnten US-Behörden Standortdaten von Facebook- und Twitter-Nutzern sammeln.

Facebook, Instagram und Twitter kennen viele Details ihrer Nutzer. Dies hat offenbar auch die US-Regierung erkannt und die Datenströme der Dienste über die Analytics-Plattform Geofeedia angezapft . Laut der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) nutzte unter anderem die Polizei diese Informationen, um die Rassenproteste in Oakland und Baltimore zu überwachen.

Die Sammlung der Daten wurde von dem in Chicago ansässigen Unternehmen Geofeedia übernommen, das die Informationen dann an rund 500 Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden weitergereicht haben soll. Neben persönlichen Informationen wurden auch Standortdaten von Nutzern gesammelt.

Facebook und Twitter beteuern, dass es sich bei dem abgegriffenen Daten um öffentlich zugängliche Informationen handeln würde. Als Reaktion auf die Vorwürfe schränkten beide Unternehmen den Zugriff von Geofeedia auf die Datenströme der sozialen Netzwerke ein oder sperrten den Anbieter sogar.

Laut ACLU würden Behörden die gewonnenen Daten primär dazu nutzen, um Demonstrationen von Minderheiten zu überwachen. Facebook und Twitter schreiben sich hingegen auf die Fahnen, genau solche Bewegungen und Aktivisten zu unterstützen. ACLU-Anwalt Matt Cagle fordert daher, dass alle sozialen Netzwerke Richtlinien gegen Überwachung ausarbeiten müssten. Die Verwendung von Nutzerdaten für Überwachungszwecke müsse dadurch unterbunden werden.

Geofeedia rechtfertigt sich indes damit, dass nur öffentlich verfügbare Echtzeit-Informationen ausgewertet wurden. Bürgerrechte und die öffentliche Sicherheit würden durch die Kooperation mit den Behörden nach Ansicht des Unternehmens stärker geschützt. Geofeedia wertet jedoch nicht nur Daten von Facebook und Twitter aus, sondern überwacht auch andere Netzwerke wie YouTube, Picasa oder Flickr. Zum Kundenkreis des Unternehmens gehören zudem Microsoft, BBC oder Fox Sports.

Letzter Skandal dieser Art war das Durchsuchen von Millionen Yahoo-Mailkonten seitens Yahoo für die US-Geheimdienste.

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